Wie würden Sie Ihren Betrieb beschreiben? Oder anders gefragt: Warum sollte man zu Ihnen kommen?

Andreas Wagner: Unser Betrieb liegt am Wiener Stadtwanderweg Nr. 1, man sitzt unter Obstbäumen, mitten in den Weingärten und es ist einfach Natur pur! Bei uns gibt es nur naturnahe und regionale Produkte sowie Weine und Traubensaft aus eigener Produktion. Man sieht den Weinbau und die Weinstöcke vom Austrieb bis zur Ernte das ganze Jahr über.

Wir führen eine integrierte Produktion im Weingarten und im Garten stehen Bienenstöcke. Es werden verschiedene Pflanzen so angebaut, dass alles in einer gewissen Harmonie zueinander steht. Wir sind ein Buschenschank und das heißt, wir dürfen nur zu 100 Prozent Eigenbauwein ausschenken.

Wien ist ja auch die einzige Millionenstadt der Welt, in der es – seit Jahrhunderten schon – Weinbau gibt.

Monika Wagner: Genau! Wenn man bei uns im Garten sitzt, glaubt man gar nicht, dass man in Wien ist! Man hat zwar einen Blick über die Stadt, aber man könnte auch mitten in der Steiermark oder im Burgenland sein. Man muss ein Stückerl zu Fuß gehen und kann dabei den Alltag loslassen.

Kinder können bei uns in den Obstbäumen herumkraxeln und ganz ohne Laptop und Handy die Natur genießen. Auch Hunde dürfen in der Wiese herumtollen. Es dürfen keine Autos vorfahren, ausgenommen Taxis. Nur Vogelgezwitscher unterbricht die Ruhe. Bei uns ist alles so, wie es früher einmal war – so traditionell wie eben möglich.

Inwieweit verwenden Sie in Ihrem traditionellen Buschenschank dennoch moderne Technik?

Andreas Wagner: Wir nehmen alte Traditionen mit, verwenden aber auch gerade was die Computerkassen betrifft, moderne Technologien. Das ist sehr praktisch und funktioniert selbst bei uns im Garten tadellos. Wir befinden uns ja in einer Lage bzw. einem Gebiet, in dem das Internet nicht immer funktioniert. Deswegen greifen wir auf einen Zwischenspeicher zurück, der unsere Daten dann gesammelt weiter gibt.

Das ist für uns eine Zeitersparnis, weil wir uns nicht über die Rechnungslegungen Gedanken machen müssen und wir optimieren damit unsere Arbeitsabläufe. Auch im Weinbau erleichtern moderne Technologien die Arbeitsprozesse.

Monika Wagner: Dennoch wär’s noch leichter, wenn mein Mann sich endlich ein g’scheites neues Handy kaufen würde! (lacht) Wissen Sie, mein Mann ist eben ein richtiger Bauer. Er ist so, wie er ist! Ehrlich und authentisch. Und dafür lieben ihn die Leute auch!

Authentizität ist schließlich auch etwas, wonach immer mehr Menschen in der Gastronomie suchen, oder?

Andreas Wagner: Ja! Wir haben 2009 aufgesperrt und zwar mit dem Hintergedanken „back to the roots“, also den Buschenschank wieder so zu führen, wie er einmal war: Ohne Tellerservice, ohne warmen Schweinsbraten und ohne „Schickimicki“!