In Österreich sind wir so verwöhnt – durch Frieden und gute Unternehmer –, dass die meisten Menschen so einen Satz  als unbedeutend erachten. Eine der weltweit höchsten Dichten von Nischen-Weltmarktführern, Innovationen und jungen Unternehme(r)n wird von der Öffentlichkeit wenig bemerkt und erst recht nicht genug geschätzt. Für den Wohlstand sorgt ja noch der Kaiser oder wenigstens die Ersatzkaiser am Ballhausplatz! Oder?

Zukunft modellieren...

Auch die Europäische Union wird nicht geschätzt – und doch ist sie langfristig das einzige Mittel gegen gewalttätige Konflikte und für unseren Wohlstand! Soll die österreichische Regierung sich etwa allein gegen unfaire Geschäftspraktiken amerikanischer Konzerne oder chinesischer (Staats-)Unternehmen wehren?

Wollen wir die Märkte unserer Unternehmen einschränken? Wollen wir, dass Unternehmen abwandern? Nein, es gibt kein Zurück zu nationalen Strukturen! Es gibt nur ein Vorwärts zu einer entscheidungsfähigen, europäischen Regierung – also zu einem gemeinsamen Staat, einer Föderation oder wie dieses künftige politische Gebilde auch einmal heißen mag!

...oder reaktionär handeln?

Doch zurück ins eigene Glashaus. Es zeigt sich wieder einmal, was hierzulande unter modernem Wirtschaften verstanden wird: Die Anzahl der geschützten Gewerbe wurde von 80 auf 81 erhöht. Zum Vergleich: Deutschland hat auf sechs geschützte Gewerbe abgespeckt und blüht gegenwärtig.

Schuld sind die verantwortlichen Politiker, die sich durch Lobbyismus beeinflussen lassen. Die gegenseitige Erpressung unserer Verantwortungsträger zu ihrem (auch persönlichen) Vorteil ist bedauerlicherweise keine Seltenheit mehr. Leider reduzieren sie damit unser aller Wohlstand zugunsten der Bequemlichkeit kleiner Minderheiten.

Hoffnungsträger

Seit ich vor zehn Jahren begann, mich als Business Angel für junge Unternehmen zu engagieren, junge Menschen zu coachen und zu unterrichten, sehe ich zunehmend: die Hoffnung ist die nächste Generation, die heute unter 40-Jährigen, aufgewachsen mit dem Internet und Mobiltelefon und ohne Grenzen im Kopf. Kaiser, Nationalismen und Mauern verschwinden aus deren Bewusstsein!

So konnte sich hier in den letzten zehn Jahren eine erstaunlich dynamische Landschaft von jungen Unternehmen und Investoren entwickeltn. Das Wiener INits wurde als drittbestes, universitäres Gründernetzwerk in Europa und als siebtbestes weltweit (!) bewertet.

Das österreichische Unternehmen Pioneers veranstaltet Jungunternehmer-Events auf der ganzen Welt, zuletzt in Japan, und sein Pioneers Festival in Wien gehört zu den zwei besten derartigen Events in Europa; der Studiengang International Management der Wirtschaftsuniversität Wien wurde von den Financial Times als achtbestes Uni-Studium weltweit (!) außerhalb der USA gewertet. Und aus meinem Beteiligungsportfolio könnte ich von drei globalen Nischentechnologieführern erzählen.

Unterstützung

Die Politik hat durch Staatssekretär Mahrer über Jungunternehmer wenigstens zu sprechen begonnen. Doch Reden allein reicht nicht, es müssen auch Taten folgen: Es fehlt eine moderne Rechtsform für junge, investitionsintensive Unternehmen (weder GmbH noch AG sind adäquat!); das reichlich vorhandene österreichische Kapital wird gegenwärtig ins Ausland vertrieben und schafft dort Wohlstand und Wirtschaftsdynamik; Anreize, zumindest einen kleinen Teil davon im Inland zu investieren, gibt es keine.

Was kann jeder Einzelne tun? Viel! Einige Beispiele, was Sie persönlich tun können, zeige ich hier. Meinen Beitrag habe ich vom einleitend zitierten Nobelpreisträger gelernt: Er heißt www.myBizz.at und ist ein privat organisiertes, kostenloses „Training für unternehmerisches Denken und Handeln“ für die ganze Bevölkerung – ganz ohne die üblichen politisch Verdächtigen.