Was ist Franchising?

Franchising ist eine Vertriebsform mit einem Franchisegeber und einem oder mehreren Franchisenehmern. Der Geber entwirft dabei ein Konzept, ein Geschäftsmodell welches er in den meisten Fällen auch bereits in zumindest einem Pilotprojekt erprobt hat. Die Franchisenehmer übernehmen dieses Konzept und das Know-How. In den meisten Fällen handelt es sich um KMU-Betriebe. In Österreich existieren rund 420 Franchise-Systeme, allerdings haben nicht alle davon die Zentrale im eigenen Land.

Wer bringt das Budget und das Kapital auf?

Da gibt es verschiedene Modelle. Die Finanzierung wird vom Franchise-Nehmer, der eigenständiger Unternehmer ist, selbst vielfach über klassische Bankenfinanzierung übernommen. In manchen Fällen gibt es auch Investorenfinanzierungen.

Wie wird der Franchise-Nehmer ausgewählt?

Das vorhandene Eigenkapital spielt natürlich eine gewisse Rolle, da es ohne nicht geht. Meistens gibt es dabei aber Kriterienkataloge je nach Branche. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle: Wie viel einschlägige Branchenerfahrung soll der Franchisenehmer mitbringen? Darf oder soll er Quereinsteiger sein? Über welche Ausbildung soll er verfügen?  Das kann stark variieren, je nach den Bedürfnissen des jeweiligen Franchise-Gebers.

Wie arbeiten Franchise-Geber und –Nehmer zusammen?

Wir sprechen von Fair-Play-Franchising, das bedeutet eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Jeder Nehmer braucht einen Ansprechpartner beim Geber, an den er sich jederzeit wenden kann.  Geber veranstalten jährliche Treffen mit ihren Franchise-Nehmern, viele auch öfter. In sogenannten Beiräten, die aus Vertretern des Gebers und der Nehmer bestehen, werden Aufgaben wie zum Beispiel Marketing koordiniert. Das variiert von System zu System, weil die Rechte und Pflichten in der Zusammenarbeit jeweils vertraglich geregelt werden.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Franchise-System für Geber und Nehmer?

Nehmen wir als Beispiel die Gastronomie. Wenn Sie ein Restaurant betreiben und sehen, dass Ihr Konzept funktioniert, werden Sie expandieren. Allerdings kommen Sie bald an den Punkt, wo das Ganze für Sie nicht mehr direkt zu überblicken ist. Ein Unternehmer bringt aber mehr Einsatz ein als ein angestellter Filialleiter. Der Geber profitiert daher davon, dass der Nehmer als selbstständiger Unternehmer alles daran setzen wird, dass das Geschäft gut läuft. Außerdem trägt der Nehmer das wirtschaftliche Risiko und bringt sein regionales Know-How ein.

Der Nehmer seinerseits profitiert ebenfalls: Er übernimmt eine etablierte Marke und ein erfolgreich erprobtes Konzept, das reduziert sein Risiko. Außerdem kann er auf Ratgeber zurückgreifen, bleibt aber trotzdem sein eigener Chef. Der Nachteil dabei ist, dass die eigene Kreativität eingeschränkt ist. Der Geber seinerseits nimmt in Kauf, dass er keinen weisungsgebundenen Angestellten vor sich hat.

Was versteht man unter Master-Franchise-Nehmer?

Ein Master kauft eine Franchise-Lizenz für einen bestimmten Raum, etwa ein Land oder eine Region. Dort tritt er dann als Franchise-Geber auf und sucht sich seine Nehmer selbst.

Wie entwickelt sich Franchising weltweit?

In den USA ist Franchising enorm etabliert, in Österreich stecken wir noch in den Teenagerschuhen. Allerdings gibt es in den letzten zehn Jahren eine extrem dynamische Entwicklung – auch deshalb, weil die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen, stetig steigt.