Sie sind als Investmentpunk bekannt geworden. Was hat den Ausschlag gegeben, andere Menschen an Ihren Finanzstrategien teilhaben zu lassen?

Ich bin der Meinung, dass man etwas zurückgeben soll, wenn man Erfolg hat. Also zeige ich den Leuten, wie man ein Unternehmen aufbaut, wie Wirtschaft funktioniert und wie man finanziell unabhängig wird. Das sind alles Dinge, über die ich sehr gut Bescheid weiß. Zu diesem Zweck habe ich auch eine eigene Online-Plattform aufgebaut, die Investmentpunk Academy, wo ich mein Wissen in Videokursen und Livechats vermittle und daraus mittelfristig eine Online-Universität aufbauen werde.

Wie haben Sie sich dieses Wissen angeeignet?

Bei mir ist es eine Kombination aus fundierter Ausbildung, sehr harter Arbeit und einem gewissen Geschäftssinn. Nach dem Studium in den USA konnte ich mehr als 17 Jahre Erfahrung als Investmentbanker und Fondsmanager in New York, London, Frankfurt und Wien sammeln. Seit 10 Jahren bin ich auch Immobilieninvestor, habe in dieser Zeit etwa 3000 Wohnungen besichtigt und knapp 200 davon angekauft.

Würden Sie jungen Leuten auch heute noch raten, sich selbstständig zu machen?

Ich würde sogar mehr denn je dazu raten. Denn ein Angestelltenjob wird von Tag zu Tag unsicherer. Klassische Angestelltenjobs wird es früher oder später nur noch in eingeschränkter Form geben. Allerdings sollte man nicht einfach so ins kalte Wasser der Wirtschaft springen. Etwas Geschäftserfahrung und ein wenig Startkapital sind schon notwendig. Und es muss auch nicht immer das volle Risiko sein. Studenten können beispielsweise neben ihrem Studium ein Unternehmen aufbauen. Oder Leute, die neben einem ruhigen Job als Lehrer oder Beamter laut Arbeitsvertrag die Möglichkeit haben, Nebentätigkeiten zu machen und ein Unternehmen aufzubauen. Beispielsweise im Onlinehandel oder im Affiliate Marketing. Besonders für risikoscheue Menschen bietet das den großen Vorteil, neben der Selbstständigkeit noch ein gesichertes Einkommen zu haben.

In welcher Branche würden Sie für ein Start-up die größten Chancen auf langfristigen Erfolg sehen?

Meiner Ansicht nach liegen die größten Chancen im Bereich Healthcare. Dort wird es Revolutionen geben, weil wir momentan ein überteuertes und bürokratisches System haben, das weder dem Patienten dient, noch kosteneffizient ist. Man könnte etwa moderne Technologien nutzen, um den eigenen Gesundheitszustand zu überwachen und somit zeitnah und proaktiv auf Krankheiten zu reagieren. Als zweite Branche fällt mir die ganze IT- und Big-Data-Geschichte ein. Und neue Formen der Mobilität dürften auch ein riesiger Wachstumsmarkt werden. Dabei denke ich etwa an selbstfahrende Elektroautos. Ich glaube, dass es recht bald keine lauten, stinkenden, eigenen Autos mehr im Nahverkehr der Städte geben wird, sondern selbstfahrende, elektrische Autos werden uns von A nach B bringen. Das wird das Stadtbild und die Lebensqualität massiv verändern. Und das ist keine Frage von Jahrzenten. Die Technik existiert ja bereits.

Welche Tipps würden Sie Jungunternehmern mit auf den Weg geben, die sich mit ihrem Start-up etablieren wollen?

Das Wichtigste ist, dass man für die Idee dahinter brennt! Man muss eine Vision haben. Und den Wunsch, etwas aufzubauen. Man braucht klar definierte Ziele, eine strukturierte finanzielle Planung und ein gutes Team, das alle notwendigen Geschäftsbereiche abdeckt. Bei einem IT-Start-up etwa brauche ich jemanden, der gut programmieren und jemanden, der den Vertrieb kann. Dazu brauche ich natürlich auch Leute, die eine fundierte Branchenerfahrung haben. Und letztendlich brauche ich jemanden, der auf der Kassa sitzt.

Und welche Fehler sollte man auf keinen Fall machen?

Ein Start-up zu gründen, nur weil es im Trend liegt. Wenn man nicht wirklich davon überzeugt ist, wird es nicht funktionieren. Als zweiter Punkt müssen Jungunternehmer wissen, dass ein Start-up nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten funktionieren muss. Nur der Wunsch, die Welt zu verbessern, reicht leider nicht. Ein Start-up zu gründen ist nicht nur cool, man muss damit auch Geld verdienen.

Gibt es…

Noch ein Punkt brennt mir unter den Nägeln, den muss ich einfach noch loswerden! Leider wird das Thema Verkauf und Marketing oftmals vernachlässigt. Viele Jungunternehmer erzählen uns immer nur von ihrem Produkt. Klar, das Produkt ist wichtig. Aber die meisten wissen gar nicht, wie sie ihr Produkt verkaufen wollen. Wenn man aber kein gutes Marketing hat, geht man mangels Cash-Inflow Bankrott.

Da kann das Produkt noch so gut sein…

… es wird sich kein Erfolg einstellen. Daher ist es sehr wichtig, jemanden zu haben, der, salopp gesagt, den Verkauf kann. Und zwar auf zwei Ebenen: Das eine ist der Onlineverkauf. Und natürlich der klassische Offline-Verkauf. Es muss jemand Klinken putzen gehen und die Produkte an den Mann bringen.

Gibt es einige Tipps, wie man es schaffen kann, finanziell unabhängig zu werden?

Man muss hart arbeiten, diszipliniert sein, sollte klare, schriftliche Ziele haben und man muss sich auf etwas fokussieren, das man kann. Wichtig ist auch, klassische Finanzirrtümer zu vermeiden. Dazu gehören für mich das Eigenheim auf Pump und Konsumschulden. Diese Punkte führen bei vielen Leuten dazu, dass sie sehr viel Geld verlieren. Denn mit mehreren hunderttausend Euro Schulden und einer Scheidung mit Alimenten kann man noch so gut verdienen – finanziell unabhängig wird man nie werden und steckt gnadenlos im Hamsterrad fest.