Der Unterschied zwischen Investor und Business Angel

Johann ‘Hansi‘ Hansmann gehört zu jenen Menschen, die den Begriff recht genau eingrenzen können: „Am besten lässt sich der Unterschied wohl anhand der Trennlinie zwischen Finanzinvestor und Business Angel erklären.“ Der Investor stecke üblicherweise ausschließlich Geld in ein Unternehmen und verspreche sich davon einen entsprechenden ‚Return-on-Invest‘, bringe sich darüber hinaus aber kaum ein. Ein Business Angel hingegen sehe sich vor allem als Mentor der oft noch jungen Gründer.

„Er hilft mit seiner Erfahrung, seinem ‘Know-how‘, seinem Netzwerk und oft auch mit seiner Finanzkraft“, erklärt Hansmann. Junge Gründer hätten exzellente Ideen und seien sehr gut ausgebildet, aber: „Sie haben natürlich niemals jene Erfahrung wie jemand, der seit 40 Jahren im Geschäftsleben steht.

Ich kenne Business Angels, die kein Geld zur Verfügung stellen, sondern ihr Netzwerk und ihr ‘Know-how‘. Das kann mehr wert sein als Geld.“ Da der Business Angel meist am Unternehmen beteiligt sei, habe er ein Interesse an dessen Erfolg – überlässt operative Entscheidungen aber dem Jungunternehmer selbst.

Wie man Business Angel wird? Begonnen hat es mit einem Zufall!

Als Hansmann vor einigen Jahren nach jahrzehntelanger erfolgreicher Unternehmertätigkeit im Ausland nach Wien zurückkehrte, wollte er nicht mehr operativ tätig werden. „Damals sind mir dann ein, zwei junge Start-Up-Unternehmen in Wien über den Weg gelaufen. Da hab ich mir gedacht, da investiere ich jetzt und denen helfe ich. Das hat mir dann so gut gefallen, dass ich damit einfach weitergemacht habe.“

Das sieht er auch als notwendig, denn nach der in seinen Augen in Österreich gut funktionierenden Gründungsförderung fehle vielen das Geld für den Schritt vom Projekt- zum Produktstadium. „Da braucht es dann Business Angels. Das müssen hier noch mehr werden, denn genau aus diesen Start-Ups kommt jene Innovationskraft, die Österreich braucht.“

Wien als internationales Start-Up Zentrum

Wien sieht Hansmann als attraktiven Ort für Jungunternehmer: „Es hat sich in den vergangenen Jahren eine sehr interessante Start-Up Szene entwickelt. Die Stadt ist in enormer Bewegung.“ Damit hat die Lebensqualität der Stadt ebenso zu tun wie ihre hervorragende Lage als Tor zum Osten und Anziehungspunkt für viele junge, innovative Menschen. Darüber hinaus verweist Hansmann auf die entstehenden ‚Inkubatoren‘. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des schon etablierten Konzeptes der ‚Co-Working-Spaces‘. Im Inkubator wird den Unternehmern noch zusätzlicher Service wie Fachleute für Finanzierungen, Bilanzierung oder Social Media, kurz: ein Netzwerk, geboten.

Worauf Sie als Business Angel am Anfang achten sollten

Ab welcher Größenordnung ein Engagement als Business Angel sinnvoll sei, lasse sich nicht genau eingrenzen. Einen Rat hat Hansmann aber für jeden parat: „Die ersten Investments nicht alleine, sondern als Co-Investments machen, um‘s mal zu lernen.“ Dazu gehört auch, nicht alles auf nur ein Pferd zu setzen, denn: „Jedes Business Angel-Investment ist natürlich eine Risikoveranlagung“. Dafür aber auch eine, die umso mehr Freude bereiten kann.