Hanno Kirsch
Präsident abta – Austrian Business Travel Association

Zu Beginn des Jahres haben sich viele Experten aus der Geschäftsreiseindustrie die Frage gestellt, wohin 2015 die Reise gehen wird. Kann sich der Geschäftsreisemarkt nach der eher verhaltenen Entwicklung des letzten Jahres heuer wieder stabilisieren? Das Fazit nach drei Monaten ist verhalten optimistisch:  Ein „kleines Wachstum“ wäre schon ein Erfolg. Da sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegenüber dem vergangenen Jahr nicht verbessert haben, gehen wir heuer von einem eher stagnierenden Geschäftsreiseaufkommen aus. Das erste Quartal bestätigt diesen Trend. Die aktuellen Wachstumsprognosen für Österreichs Wirtschaft liegen unter einem Prozent.

Österreich ist besonders stark von den Krisen in der Ukraine und im mittleren Osten betroffen. Das macht sich auch in einem starken Rückgang des Geschäftsreiseaufkommens in diese Regionen bemerkbar. Exportaufträge sind weggebrochen, große österreichische Banken waren betroffen. Auch aus Sicherheitsgründen wurden Reiseaktivitäten in diese Region drastisch reduziert. Kurzfristig ist keine Besserung in Sicht. Auch wenn es hoffentlich zu einer politischen Lösung des Konfliktes kommt, braucht es zunächst Zeit, bis sich diese Länder wirtschaftlich und politisch erfangen werden.

Interne Prozesse als Kostentreiber

In Zeiten von schwachem Wirtschaftswachstum steht auch bei Geschäftsreisen  der Spargedanke im Vordergrund. Da die Preise beim Einkauf von Reiseleistungen  weitgehend ausgereizt sind, wird stärker hinterfragt, welche Geschäftsreisen notwendig sind und welche Reisen eventuell durch Videokonferenzen oder ähnliches ersetzt werden können. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass durch eine Optimierung interner Prozesse Kosten gespart werden können. Hier geht es z. B. um schlanke Genehmigungsverfahren und das elektronische Verarbeiten von Reise- und Rechnungsdaten. Früher wurden Buchungstools vor allen eingeführt um Reiseleistungen direkt beim  Leistungsträger zu buchen. Heute werden damit alle Reisephasen bis hin zur Abrechnung der Reisekosten abgedeckt.  Insgesamt gibt es beim Reisen wie beim Travel Management einen starken Trend weg vom Papier hin zu smarten Online Lösungen. 

“Wir bitten unsere Mitglieder jährlich über das größte Ärgernis - den „Kaktus des Jahres“ -abzustimmen. Für 2014 war das Ergebnis der Wahl eindeutig. Für 54% der befragten Travel Manager waren die Pilotenstreiks die größte Zumutung.“

Sensibilität für Sicherheitsrisiken stark gestiegen

Das Verantwortungsgefühl für die Sicherheit der Geschäftsreisenden ist bei den Unternehmen enorm gewachsen. Militärische Konflikte, Terroranschläge, Epidemien, politische Unruhen sind täglich Gegenstand medialer Berichterstattung und sensibilisieren.
Der beste Schutz ist Prävention. Aber gerade im Geschäftsleben sind Reisen in Krisengebieten nicht vollkommen zu vermeiden.  Immer mehr Unternehmen greifen auf professionelle Risikoberatung durch darauf spezialisierte externe Anbieter zurück. Alle großen Geschäftsreisebüros haben sogenannte Tracking Systeme entwickelt, die den Reiseverlauf genau verfolgen und jederzeit wissen, wann sich welcher Geschäftsreisende wo befindet ist.

Überhaupt wird die Welt des Mobilitätsmanagements nicht einfacher, sondern komplexer, schneller und technischer. Um mit den neuen Entwicklungen Schritt halten zu können, ist es unabdingbar sich permanent weiterzubilden. Im Herbst startet heuer bereits zum zehnten Mal die abta- Akademie, die sich zur wichtigsten Ausbildungsplattform für Travel Management entwickelt hat. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, ob Travel Manager oder Leistungsträger, die breit gefächerte Themenauswahl bietet allen etwas. Das Spektrum reicht von den Grundlagen bis zum Expertenwissen. Informationen über aktuelle Trends im Travel Management, zukunftsorientiertes Know-how sowie eine Vielzahl praktisch anwendbarer Tipps sind Eckpfeiler des Lehrgangs in zwei Modulen.