Was genau zeichnet E-Mobility aus und wodurch unterscheidet sie sich von konventioneller Mobilität?

E-Mobility charakterisiert die Effizienz der Energieverwertung. Beim konventionellen Motor beträgt der Effizienzgrad gerade einmal 25 Prozent, beim elektrischen Antrieb sind es 90 Prozent oder mehr. Die Energie wird zielgerichtet eingesetzt und das ist sichtlich einer der großen Unterschiede.

Entscheidend im Verbrauch ist zudem nur die Art und Weise, wie der Strom erzeugt wird, den das Elektroauto verbraucht. Bei konventioneller Mobilität wird hingegen meist nicht eingerechnet, welcher Energieverbrauch beim Raffinieren von Diesel und Benzin anfällt. Dieser Aspekt müsste auch beachtet werden.

Welche Herausforderungen können beim Einsatz von E-Mobility auftreten?

Gerade im Firmenkontext muss gewährleistet sein, dass das Kerngeschäft im uneingeschränkten Maße betrieben werden kann. Beim herkömmlichen Außendienstfahrzeug ist dabei eher die Reichweite ausschlaggebend. Bei Nutzfahrzeugen könnte beispielsweise die Zuladung eingeschränkt werden, da bereits eine schwere Batterie mittransportiert werden muss.

Für manche Unternehmen kann dies durchaus ein Kriterium sein. Jedoch ist Elektromobilität in der Praxis erfahrungsgemäß weitaus öfter einsetzbar, als auf den ersten Blick vermutet wird.

Wie kann ein externer Consultant den Einsatz von E-Mobility konkret unterstützen?

Professionelle Beratung ist immer eine alltagserleichternde Hilfestellung, zumal es zahlreiche geförderte Angebote gibt. Elektromobilität muss jedenfalls konzeptionell gesehen werden, da die Ladetätigkeit eine zentrale Rolle spielt. Wie lange das Fahrzeug fahren kann ist, schnell beantwortet: z.B. in der Kompakt- und Mittelklasse 300 Kilometer. Spannend wird es im Detail. Wie lange und wo steht mein Fahrzeug?

Ist dort eine Lademöglichkeit vorhanden und wie ist diese dimensioniert? Die Ladezeiten hängen natürlich auch davon ab, ob ein Schnellladesystem (1–2 Stunden Ladedauer) vorhanden ist, oder ob eine normale Haushaltsteckdose (15 Stunden) genutzt wird. Ein Consultant kann diese Faktoren mit dem Fahrverhalten kombinieren und ein individuelles Konzept als Lösung entwerfen.

Gibt es speziell für E-Mobility sinnvolle Apps und Softwarelösungen?

Hier trifft Elektromobilität das Thema Telematik mit unzähligen Vernetzungsmöglichkeiten. Neben Software für die Abrechnung oder die punktgenaue Zuordnung der Kosten gibt es auch Apps für Fahrer. In der Verwaltung sind etwa Poolfahrzeuge immer eine spezielle Herausforderung für Fuhrparkmanager.

Apps machen beispielsweise Sinn, um die Benutzer zu verwalten, die Verfügbarkeit der Poolfahrzeuge anzuzeigen und wie weit unter Berücksichtigung des momentanen Ladestandes gefahren werden kann.

Welche Förderungen gibt es, um Elektromobilität kaufmännisch vorteilhaft zu gestalten?

Förderungen sind sehr breit gefächert und durchaus verfügbar. Für mich ist das Szenario jedoch erst vorteilhaft, wenn der Business Case an sich ein kaufmännisch vorteilhafter ist. Das kann selbst ohne Förderungen funktionieren. Beim klassischen Außendienst-PKW mit Privatnutzung sprechen wir bei der aktuellen Förder- und Incentive-Landschaft, über fünf Jahre gesehen, von Ersparnissen zwischen 20.000 und 25.000 Euro für Dienstgeber und Mitarbeiter zusammen.

Schließlich spielt nicht nur der ersparte Sachbezug eine Rolle, sondern auch die Vorsteuer, die motorbezogene Versicherungssteuer und nicht unwesentlich die Lohnnebenkosten, die für den Dienstgeber auf den Sachbezug entfallen.
Bei Nutzfahrzeugen, die sowieso schon vorsteuerabzugsfähig sind und tendenziell nicht privat genutzt werden, entfallen einige der genannten Aspekte.

Dadurch entsteht etwa bei kleineren Nutzfahrzeugen ein Förderbedarf von rund 5.000 Euro, um kaufmännisch auf einen Nenner zu kommen. Die Automobilwirtschaft und die öffentliche Hand leisten hier gemeinsame Anstrengungen. Eine gute Informationsstelle ist „klimaaktiv mobil“, die auch bei der  Einreichung von Förderanträgen hilft.

Ein essenzielles Erfordernis ist die Vorteilhaftigkeitsberechnung aufgrund der „Total costs of Ownership“ – also der gesamten Lebenszykluskosten. Üblicherweise rechnet sich ein Elektrofahrzeug erst bei dieser vollständigen Betrachtung,, da der reine Anschaffungswert immer höher als der eines Verbrenners ist.

Welche Innovation etabliert sich derzeit am Markt?

Einerseits verbessert sich die Reichweite der leistbaren Fahrzeuge mit 300 bis 400 Kilometern. Einige werden jedoch bis 2018 wider Erwarten nicht am österreichischen Markt verfügbar sein. Wirklich merkbare Innovationen passieren auch infrastrukturell im Aufbau der Ladestationen. Zusätzlich vernetzen sich immer mehr Ladeanbieter, damit Benutzer mit nur einer Mitgliedskarte bei mehreren Ladestellenbetreiber aufladen können.

Durch die weitere Verbreitung von E-Fahrzeugen gewinnt zudem professionelles Lastmanagement immer mehr an Bedeutung. Wenn an einer Ladestation mehrere Fahrzeuge aufladen möchten, dann bedarf es innovativer Lösungen, um die Energie intelligent zu verteilen. Im Worst-Case-Szenario zapfen die E-Fahrzeuge so viel Strom ab, dass die Lichter im Nachbarhaus finster sind. Dies gilt es natürlich zu vermeiden.