Geschäftsreisen. Was für den einen eine reizvolle Abwechslung zum Büroalltag ist, kann für andere eine mühselige Verpflichtung darstellen. Weite Distanzen und lange Verweildauern werden insbesondere von jenen, die ihre Partner oder Kinder gerne mehr sehen würden, als Belastung empfunden. Dennoch: Reisen gehören in vielen Fällen einfach zu den Pflichten dazu. In diesem Sinne will auch umfassend vorgesorgt sein, schließlich will man Problemen so gut es geht von vornherein aus dem Weg gehen.

Gerade in größeren Unternehmensstrukturen ist Travel Management heute kein echtes Fremdwort mehr – auch wenn das Thema durchaus ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Laut einschlägigen Studien ist vielen Betrieben noch immer nicht ganz klar, wie viele unterschiedliche Unternehmensbereiche tangiert werden können.

Flying through the air – oder doch nicht?

Fliegen ist vergleichsweise leistbar geworden, dafür aber auch umso mehr ein Massenphänomen als noch vor einigen Jahren. Das hat einerseits zur Folge, dass weltweit die Servicequalität etwa auf Flughäfen zugenommen hat, bringt aber auch Probleme mit sich: Die Wege zwischen zwei Gates sind oft nicht mehr zu Fuß bewältigbar, Taschendiebstahl kommt auch in Abfertigungshallen vermehrt vor und die enormen Sicherheitsvorkehrungen haben schon mehrere Geschäftsleute verzweifelt ihren startenden Maschinen hinterherschauen lassen.Eine Straße in einer Großstadt in der Abenddämmerung.

Generell sind Fluglinien nicht mehr die Cashcows, die sie in den protektiven europäischen Märkten der 1980er-Jahre noch waren. Dementsprechend wird auch vermehrt auf’s Geld geschaut, Services werden eingespart oder kostenpflichtig und beim Personal wird ebenfalls gespart. Streiks und reihenweise ausfallende Flüge sind die Folge.

Für den Geschäftsreisenden, der auf seinen Anschlussflug wartet, ein Horrorszenario – gestrandet am Umsteigeflughafen kann er weder am Meeting teilnehmen noch zurück in sein Büro gehen. Was für den Gesandten eines Großkonzerns unangenehm und ärgerlich, aber weitgehend problemlos ist, kann für einen Selbstständigen zu massivem Einnahmenausfall und damit Existenzproblemen führen. Das sollte im Vorfeld bedacht und im Versicherungsportfolio berücksichtigt werden.

Was alles schiefgehen kann

Vor allem in Teilen Süd-, Südost- und Osteuropas kann der Wunsch der Mittelschicht nach mehr politischer Freiheit sowie Wut über unfaire Wahlen und Korruption umfangreiche Proteste auslösen. Zwar leben wir in Europa objektiv betrachtet nicht viel gefährlicher als etwa in den 1950er-Jahren, aber was nützt Ihnen das, wenn eine Demonstration Ihr Hotel in Kiew oder Skopje abriegelt?

Die global wachsende Mittelschicht bringt viele Chancen für international tätige Unternehmen, doch Vorsicht: Das Risiko reist mit. Überfälle, Diebstähle, Erpressung oder gar Entführung waren und sind mögliche Gefahren.

Gut vorbereiten

Die Zeiten, als der Geschäftsreisende immer ein Mann war, sind vorbei. Frauen auf Reisen weisen ein anderes Risikoprofil auf als Männer und müssen dadurch andere Dinge berücksichtigen. Generell hat jedes Unternehmen seinen Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht. Das beginnt bereits bei der entsprechenden Vorbereitung auf die Reise.

Gerade weit entfernte Länder sind in vielen Dingen anders, als die jeweiligen Mitarbeiter es aus Mitteleuropa gewöhnt sind. Erkundigungen einzuziehen, Informationen bereitzustellen und persönliche Sicherheitstrainings durchzuführen, sind Aufgaben, die dem entsendenden Unternehmen zukommen. Mitarbeiter tun gut daran, das entsprechend einzufordern.