War Ihr Onkel, der legendäre Formel 1-Pilot Gerhard Berger, eigentlich die Triebfeder hinter Ihrem Einstieg in den Motorsport?

Nein, der Onkel Gerhard ist unschuldig, er war nicht die Triebfeder dahinter. Vielmehr war es eigentlich ein Spaß meines Bruders und meines Vaters. Wir drei waren gemeinsam auf Tour und als wir an einer Tankstelle einige Karts entdeckt haben, ist mein Vater einfach abgebogen.

Die beiden wollten mich spaßeshalber in ein Minikart setzen. Konnten aber natürlich nicht ahnen, dass ich mich sofort in den Rennsport verlieben würde und ab diesem Tag nichts anderes mehr machen wollte, als hinter dem Steuer zu sitzen und Rennen zu bestreiten. Ab diesem Zeitpunkt, da war ich sieben Jahre alt, bin ich meinen Weg im Motorsport mit meiner Mutter zusammen durch dick und dünn gegangen. Die Mama hat mich immer unterstützt, wo sie nur konnte.

Was waren die bisherigen Höhepunkte Ihrer Motorsport-Karriere?

Ursprünglich komme ich ja aus dem Formel-Sport. Da habe ich die Formel BMW in Asien gewonnen und war Vizeweltmeister in der hart umkämpften Formel 3. Sehr stolz bin ich auch auf meinen zweiten Platz im Macau-Grand Prix. Und ich denke, meine letzte DTM-Saison mit drei Siegen war auch nicht zu verachten.

Kommen auch in der heutigen Zeit noch technische Innovationen vom Rennsport auf die Straße, sprich in den PKW?

Ja, ich denke schon. Der Rennsport ist sicherlich immer noch Vorreiter, was technische Innovationen angeht. Und im Rennsport können Neuerungen auch gleich aufs Härteste getestet werden, bevor sie in den Serien-PKW einziehen.

Wie stehen Sie als Rennfahrer zum Thema E-Mobility?

Gerade in der heutigen Zeit, in der auch in Sachen Mobilität Umbrüche bevorstehen, sollte man für alles offen sein. Und natürlich interessiere auch ich mich sehr für das Thema Elektromobilität und wie die Entwicklung auf diesem Gebiet voranschreitet.

Kommen wir zum Thema Company Car. Worauf kommt es Ihrer Ansicht nach bei einem Firmenfahrzeug an?

Ich muss oft lange Strecken zurücklegen, um zu den europäischen Rennstrecken und zu anderen Terminen zu kommen. Da kommt es mir, auch wenn ich natürlich ebenso auf sportlichen Motorsound stehe, primär auf den Fahrkomfort an. Ich finde, besonders wenn man lange Strecken hinter sich bringen muss, ist es wichtig, möglichst komfortabel und stressfrei unterwegs zu sein.

Stichwort Langstrecke. Worauf achten Sie, wenn Sie lange Strecken in Angriff nehmen?

Mir ist es immer wichtig, ausgeschlafen aufzubrechen. Ich fahre gern in der Früh los und abends übernachte ich lieber irgendwo, bevor ich übermüdet ins Auto steige. Auch sollte man regelmäßig Pausen einlegen. Zu langes Sitzen macht träge und unkonzentriert. Und auf ausreichendes Trinken, besonders im Sommer, nicht vergessen. Am besten natürlich Wasser. Dann hat man auch auf der Langstrecke alles im Griff.

Gibt es Möglichkeiten, aktiv etwas zur Fahr- und Verkehrssicherheit im Alltag beizutragen?

Ich denke, uns sollte der Respekt im Straßenverkehr nicht abhandenkommen. Respekt vor der Geschwindigkeit, aber auch vor den anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Auch sollte man sich bemühen, hinter dem Lenkrad nicht den Schlendrian einkehren zu lassen. Dazu zählen schon so einfache Dinge wie das Blinken oder der 3-S-Blick, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Und das Allerwichtigste: Hände und Augen weg vom Telefon! Denn das Handy am Steuer stört die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen immens. Und im Straßenverkehr kann ein einziger Fehler schon einer zu viel sein.