Diplomingenieur Renato Eggner ist Vorsitzender des Fuhrparkausschusses im Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften und ein erfahrener Experte in Sachen Fuhrparkmanagement. „Die Mitglieder des VÖL betreuen ungefähr 5000 Kunden, die insgesamt etwa 91.000 Fahrzeuge besitzen.

Und die Tendenz ist steigend. In Österreich werden erst 25 Prozent des Potenzials genutzt, während sich zum Beispiel in Großbritannien Fuhrparkmanagement-Unternehmen bereits um 90 Prozent aller Dienstfahrzeuge kümmern. In den Benelux-Ländern sind es etwa 80 Prozent.“ Laut Eggner hat es für jedes Unternehmen viele Vorteile, das Flottenmanagement von externen Profi s erledigen zu lassen: „Dienstfahrzeuge machen eine Menge Arbeit. Für ein Fahrzeug kann man mit ungefähr 75 Belegen pro Jahr rechnen. Das ist ein enormer Aufwand. Wer sein Flottenmanagement auslagert, bekommt eine Gesamtrechnung im Monat, in der alles zusammengefasst ist.“ Jeder Teilbereich wird dabei von Spezialisten abgedeckt, um eine möglichst hohe Effzienz zu erreichen und die Kosten zu optimieren. Von der Fahrzeugauswahl über die Wartung, dem Schadensmanagement, der Tankabwicklung bis hin zum Gebrauchtwagenverkauf wird alles übernommen. Der Fuhrparkma Fuhrparkmanagement- Ausschuss des Verbands Österreichischer Leasing-Gesellschaften hat Qualitätskriterien erarbeitet, zu deren Einhaltung sich die Mitglieds-Unternehmen verpflichtet haben Warum sind Kraftfahrzeuge nach wie vor attraktiv für Dienstreisen? 

Sind Autos noch zeitgemäß in Zeiten, in denen Umweltschutz einen so hohen Stellenwert hat? Eggner: „Das kommt darauf an. Wenn jemand von Wien nach Frankfurt muss, ist es natürlich sinnvoller zu fliegen. Auch der Zug hat viele Vorteile, etwa dass man die Zeit der Fahrt produktiv nutzen kann. Allerdings bleibt das Kraftfahrzeug die erste Wahl, vor allem bei Inlands-Dienstreisen, denn es garantiert maximale Flexibilität und man kann damit verschiedenste Materialien transportieren. In vielen Situationen ist es ganz einfach unersetzbar.“ Was die Emissionen angeht, so sind Fuhrparkmanager bei der Fahrzeugwahl auch auf möglichst umweltverträgliche Fahrzeuge bedacht. „Das spart Kosten, denn geringere Emissionen bedeuten geringeren Treibstoffverbrauch. Außerdem können umweltfreundliche Fahrzeuge zu einem besseren Preis weiterverkauft werden. Auch mit Routenoptimierung kann man etwas für die Umwelt gegen hohe Treibsto kosten tun“, erklärt Eggner.

Um nicht mehr Fahrzeuge als wirklich notwendig anschaffen zu müssen, sind Poolfahrzeuge eine ausgezeichnete Alternative. Diese sind dann nicht einem bestimmten Mitarbeiter zugeteilt, sondern werden je nach Bedarf genutzt. „Die Mitarbeiter mit den eigenen Autos fahren zu lassen, sollte man sich gut überlegen, da schon ab ca. 200 Kilometern ein Mietfahrzeug die günstigere Variante wäre. Außerdem kann es durch die Arbeitgeberhaftung für Sachschäden am Arbeitnehmer-Eigentum leicht zu rechtlichen Problemen kommen“, so Eggner. „Übrigens - Viele kleine Unternehmen denken nach wie vor, dass Flottenmanagement nur den Großen etwas bringt. Das stimmt nicht. Es gibt viele verschiedene Produkte und Angebote, das beginnt schon bei einem einzigen Fahrzeug. Auch kleine Unternehmen haben große Vorteile durch professionelles Fuhrparkmanagement.“