Vom gelernten Blechschlosser zum Motorsport: Wie kam es dazu?

Mit 12 Jahren begann ich mit dem Kartfahren und war während meiner Lehrzeit als Blechschlosser dann schon europaweit im Formel-1-Sport unterwegs gewesen. Zu diesem Karrierezeitpunkt konnte ich allerdings noch nicht ahnen, dass ich mein Hobby einmal zum Beruf machen kann. Daher war es für mich wichtig, einen „normalen Beruf“ zu erlernen. Die Lehre zum Blechschlosser hat mir Spaß gemacht und mein Lehrbetrieb hat mich glücklicherweise dabei unterstützt, damit ich zu den verschiedenen Rennen auch frühzeitig anreisen konnte.

Sie sind auch als Co-Kommentator bei Formel-1-Rennen bekannt. Was gefällt Ihnen besser, der Platz im Cockpit oder am Mikrofon?

Klar macht es mir nach wie vor mehr Spaß, selbst im Cockpit zu sitzen und das Adrenalin als Rennfahrer zu spüren, aber ich denke, die beiden Aufgaben ergänzen sich sehr gut. Der Job als ORF-Co-Kommentator hat auch seine Reize. Nachdem ich selbst sieben Jahre in der Formel 1 als Renn- und Testfahrer gearbeitet habe und das Geschehen sehr gut kenne, kann ich einiges aus meiner Erfahrung beim Kommentieren einbringen. 

Entstehen zwischen konkurrierenden Fahrern eigentlich auch Freundschaften?

Das kommt darauf an. In der Formel 1 ist wenig Platz für echte Freundschaften zwischen Fahrern. Erstens ist man an einem Rennwochenende so eingespannt, dass keine Zeit bleibt, und zweitens ist die Formel 1 ein beinhartes Business, bei dem es ums Überleben geht. Bei den 24-Stunden-Rennen im Langstreckensport hingegen teilt man sich ein Auto mit zwei weiteren Piloten.

Man arbeitet sehr eng zusammen und versteht sich fast blind, wodurch auch echte Freundschaften entstehen können. Im Endeffekt machen diese Rennen sogar fast mehr Spaß, weil es einfach menschlicher ist und es um weniger Politik geht. 

Wie gestalten Sie Ihren „mobile Workplace“, wenn Sie beruflich viel auf Reisen sind?

Mit Laptop und iPhone kannst du heutzutage ja von überall aus arbeiten, das hat sich in den letzten 10 Jahren drastisch vereinfacht. Der Nachteil: Du bist mehr oder weniger 24 Stunden online und immer erreichbar. Wenn ich zum Beispiel in den Bergen am Trainieren bin oder am Wochenende ein Rennen fahre, dann nehme ich mir als Sportler aber oft einfach heraus, auch einmal offline zu sein.

Wer viel unterwegs ist, erlebt auch viel. Was war Ihre außergewöhnlichste Geschäftsreise?

In meiner ersten Formel-1-Saison im Jahr 2004 sind wir vor dem Rennen in Malaysia eine Woche auf Trainingslager gefahren, um uns auf die tropische Hitze bestmöglich vorzubereiten. Unser Hotel auf der kleinen Insel Langkawi war mitten im Dschungel. Beim Einchecken wurden wir gewarnt, dass wir nachts die Fenster schließen sollten.

Mir als Österreicher war es aber viel zu warm und ich habe natürlich mit weit geöffnetem Fenstern geschlafen. Als ich morgens aufgewacht bin, wusste ich, was sie gemeint haben: Es waren keine Einbrecher, die mein Zimmer verwüstet hatten, sondern die kleinen Affen, die nachts sehr aktiv waren!

Wie schwierig ist es, als Beifahrer Platz zu nehmen und die Kontrolle abzugeben?

Als Rennfahrer fährt man auch im Straßenverkehr viel vorausschauender – diesen Instinkt hat man als Rennfahrer einfach in sich. Da ist es oft schwierig, auf dem Beifahrersitz einfach nur ruhig daneben zu sitzen und nichts zu sagen. Am besten funktioniert die „Beifahrerei“, wenn ich schlafe. Dann sind alle im Auto zufrieden.

Leistung, Sicherheit, Ästhetik – Worauf legt ein Testfahrer wie Sie wert, wenn er privat ein neues Fahrzeug anschafft?

Um ehrlich zu sein, habe ich mir bis heute erst ein Auto gekauft – das war mit 18 Jahren ein Golf 4. Als Werksfahrer für verschiedene Fahrzeughersteller habe ich immer Autos zur Verfügung gestellt bekommen. Da ich viel am Reisen bin und viel im Auto sitze, zählt für mich, dass es leistungsstark ist, aber trotzdem den Komfort eines Reiseautos mit viel Platz für Gepäck bietet. Ein leistungsstarker Kombi ist perfekt für mich.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten zehn Jahre?  

Das kann man im Motorsport nie so genau sagen, aber mit den drei Standbeinen, die ich mir aufgebaut habe, bin ich sehr zufrieden und ausgelastet. Die „Rennfahrerei“ werde ich sicher noch einige Jahre weitermachen können. Der Co-Kommentator-Job ist eine schöne Abwechslung und man bleibt im Formel-1-Geschehen. Als Instruktor für Porsche kann ich meine Erfahrung im sicheren und schnellen Fahren weitergeben.