Die meisten Arbeitnehmer befinden sich während ihrer Arbeitszeit an ihrem fixen Arbeitsplatz. Dieser Platz ist immer am gleichen Standort im Unternehmen oder im Bürogebäude und besteht klassischerweise aus einem Schreibtisch, einem Standcomputer und Aktenschränken. Und wahrscheinlich ist selbst die Anwesenheit nach Uhrzeiten fix geregelt. So kannte man es bisher. Doch diese unflexible Arbeitssituation ändert sich zusehends. Weg vom unflexiblen Workplace hin zum flexiblen Workspace.

Flexible Workspace – Was ist das denn?

Das Konstrukt aus unflexiblem Arbeitsplatz im Cubicle löst sich mittlerweile zunehmend auf. Zum einen, weil mobile Endgeräte langsam aber sicher den klassischen Standcomputer ablösen. Und auch, weil immer mehr Unternehmen verstärkt bemerken, dass der klassische Arbeitsplatz ein Assett ist, das entweder schlecht genutzt oder gar nicht wirklich gebraucht wird, weil beispielsweise die Mitarbeiter gar nicht in der Nähe sind.

Da bieten sich virtuelle Arbeitsgruppen an, wo sich jeder Mitarbeiter an einem anderen Standort befinden kann. Oder aber, weil Mitarbeiter gar nicht dazu bewogen werden können, an den Ort des Arbeitsgeschehens zu fahren. Beispielsweise weil das tägliche Pendeln zu weit wäre oder weil der Standort des Unternehmens zu unattraktiv ist, um dort hinzuziehen. Dann bietet sich die Option an, andere Arbeitsmöglichkeiten durch moderne Technologie zu schaffen, mit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen gut leben können.

Vorteile des flexiblen Arbeitsplatzes

Früher ist man davon ausgegangen, dass die Arbeit am immer gleichen Schreibtisch im immer gleichen Büro erledigt wird. Heute geht man immer mehr dazu über, dass die Arbeit zu erledigen ist, aber nicht mehr zwingend nur im Büro, sondern von praktisch überall aus. Arbeit wird von unterwegs, von zu Hause oder vom Kunden aus erledigt.

Gleich gut, gleich schnell, aber flexibler – gearbeitet wird nicht mehr von 9 bis 17 Uhr, aber die Arbeit wird erledigt. Ob das nun in der Früh ist, zu Mittag oder am Abend, können sich der Arbeitnehmer einteilen. Dieses Modell bietet einen enormen Anreiz für potentielle zukünftige Arbeitskräfte, denn so sind Privat- und Berufsleben besser zu vereinen.

Arbeitsmodell verbreiteter als angenommen

Das Arbeitsmodell des Flexible Workspace ist schon recht weit verbreitet, nur wissen viele Menschen gar nicht, dass ihre Art zu arbeiten darunter fällt.

Wenn es um die Effektivität der Arbeit geht, steht ein Flexible Workspace dem klassischen Workplace um nichts nach.

Gerade in Unternehmen, die kundenorientiert sein müssen. Beispielsweise bei Banken, die ihre KundenbetreuerInnen online außerhalb der Geschäftszeiten für den Kunden greifbar machen. Oder bei Arbeitnehmer, die etwa mit Teilzeitlösungen oder Karenzmodellen im Home-Office arbeiten, weil sie wegen der Kinder nicht dauerhaft von zu Hause weg sein können. Im Retail-Bereich mit fixen Öffnungszeiten oder in Ämtern mit Parteienverkehr wird es aber nicht funktionieren.

Mobile Arbeit steigert die Effizienz

Wenn es um die Effektivität der Arbeit geht, steht ein Flexible Workspace dem klassischen Workplace um nichts nach. Denn um produktiv arbeiten zu können, muss die Zufriedenheit mit dem Arbeitsmodell stimmen. Wenn die räumlichen Voraussetzungen passen, sprich ein ruhiger Platz in der Wohnung als Büro zur Verfügung steht und auch der Wille zum Home-Office da ist, dann wird der Mitarbeiter in der Regel produktiver sein als im Großraumbüro.

Vernetzung fördert Flexibilität

Ein immer stärkeres Thema wird das Arbeiten mit der Cloud am Flexible Workspace werden. Viele Unternehmen müssen räumlich mit ihren KundInnen mitwandern, beispielsweise in der Autobranche. Wenn Ingenieure in China bei der Entwicklung mitarbeiten, müssen sie dort genauso auf sensible Daten zugreifen können wie ArbeitnehmerInnen am Stammsitz in Österreich. Grundsätzlich aber lässt sich sagen: Je vernetzter unsere Welt wird, desto flexibler müssen wir selbst in der Arbeitsplatzgestaltung werden.

Der klassische Computer-Arbeitsplatz, den wir jetzt noch vor uns haben, wird über kurz oder lang verschwinden. Heute lassen sich viele Dinge schon am Smartphone oder Tablet erledigen und dazu muss man nicht mehr vor dem Rechner im Büro sitzen. Diese Entwicklung wird unseren klassischen Arbeitsplatz zunehmend verdrängen und überflüssig machen.