Für viele Menschen gehört das Reisen zu den schönsten Dingen, die man erleben kann. Das beginnt schon allein beim einzigartigen Flair, das insbesondere auf Flughäfen herrscht. Internationaler geht es kaum noch, die Anzeigetafel vermittelt das Gefühl, die ganze Welt sei zum Greifen nah. Man erlebt fremde Kulturen, sieht neue Gebäude und Dinge – beinahe herzlos kommt man sich vor, wenn man hier nur von einem banalen Tapetenwechsel spricht. All das gilt unabhängig davon, ob man privat oder geschäftlich reist.

Kleinigkeiten können zum Problem werden

Aber: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Ein altes Sprichwort, das auch heute noch gilt. Keine Frage: Heute ist das Risiko, mit der Galeere zu versinken, relativ gering. Allerdings sind gerade bei Schiffsreisen in manchen Gegenden der Welt auch heute noch Piraten durchaus nicht auszuschließen. Wenn wir hier eine Nummer kleiner denken, dann genügt schon der Taschendieb. So etwas passiert überall auf der Welt – aber wenn etwa in Tiflis oder Washington zwei Stunden vor der Abreise der Pass gestohlen wird, dann hat man ein Problem.

Wer jetzt denkt, dass er am Businesstrip einfach nur Geld und Pass in der Innentasche des Sakkos versteckt und damit schon alles gelöst hat, der irrt. „Auf einer Reise kann immer alles passieren“, warnt Andreas Sturmlechner von der Austrian Business Travel Association. „Ein Stolpern im Badezimmer, ein Schlaganfall in Kanada. Jedem 50. Reisenden passiert irgendwas, das ergibt eine Wahrscheinlichkeit von zwei Prozent – und das ist viel mehr, als es sich vielleicht anhört.“

Mit der Entfernung steigt das Kostenrisiko

Ein Krankenhausaufenthalt im Ausland, vielleicht sogar mit Notoperationen verbunden, kann sehr schnell sehr teuer werden. Je weiter man sich von zuhause entfernt, desto teurer wird der Rücktransport und desto schwieriger wird es auch, diese Kosten etwaig zu umgehen. Aus Prag oder München kann man sich noch von Verwandten mit dem Auto abholen lassen. Aus Griechenland, Amerika, Russland oder China ist das unmöglich.

Gerade bei Distanzen, die nur mit dem Flugzeug zu bewältigen sind, ist ein spezieller Transport im Ambulanzjet unumgänglich und enorm kostenintensiv. „Transkontinental können die Gesamtkosten siebenstellig werden“, weiß Sturmlechner. „Für ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen können solche Kosten den Ruin bedeuten“.

Aber nicht nur Diebstahl und körperliche Probleme sind hier zu bedenken, auch andere Vorfälle sollten bedacht werden. Was, wenn das Gepäck verlorengeht oder zu spät ankommt? Wenn im Koffer etwas zerbricht oder ausrinnt und so die Kleidung ruiniert? Die von Sturmlechner genannte Zahl ist wohl nochmals um eine Dunkelziffer zu ergänzen, da gerade kleinere Dinge vermutlich oft gar nicht gemeldet werden – etwa das Gastgeschenk für den Geschäftspartner im Gastland, das bei der Sicherheitskontrolle abgenommen wird, ein Weinfleck am Hemd bei einer Turbulenz während des Fluges, ein verlorener Seidenschal oder ein Schaden am Koffer, der diesen unbrauchbar macht.

Die Politik spielt auch eine Rolle

Österreich ist in den vergangenen 20 Jahren ins Herz der Europäischen Union gerückt. Das hat das Reisen deutlich vereinfacht, da bei vielen Ländern die Komplikationen geringer wurden. Allerdings reist man geschäftlich nicht immer nur nach Rom oder Paris. Pristina, Peking oder Kiew sind ebenfalls denkbare Destinationen. Wie man in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gesehen hat, kann sich die Gefahrenlage in einem Land schnell und unerwartet ändern.

Die Information, welche Gefahren derzeit bekannt sind, ist auf diplomatischer Ebene verfügbar, dennoch bleibt ein Restrisiko, gerade aufgrund von Veränderungen oder individuellen Entscheidungen. Wer in ehemaligen Kriegsgebieten auf eigene Faust Wanderungen durch die Wildnis unternimmt, könnte auf Kriegsrelikte stoßen und darunter fallen etwa auch explosive Gegenstände. Hier ist jedenfalls Vorsicht geboten.

Umsichtig agieren – Gefahr reduzieren

„Es empfiehlt sich, vor dem Antritt einer Reise umfassende Informationen einzuholen“, sagt Reiseexperte Sturmlechner dazu. Das betrifft sowohl generelle Informationen über das Land als auch eine eingehende Kontrolle der eigenen Umstände. Sind die Dokumente aktuell? Ist man entsprechend abgesichert? Hat man Notfallnummern bei der Hand? Gut vorbereitet wird die Reise zum Vergnügen – schlecht vorbereitet kann sie in sehr unangenehmer Erinnerung bleiben.