Steigen die Temperaturen, ist es Zeit für den Reifenwechsel. Aus gutem Grund, denn Reifen sind ein Hightechprodukt. Die technologischen Entwicklungen der Reifenindustrie optimieren Sommer- und Winterreifen für die jeweiligen Einsatzzeiten. Sommer- und Winterpneus sind im Hinblick auf die unterschiedlichen Anforderungen immer mehr zu „Spezialisten“ für die entsprechende Jahreszeit geworden.

Sommerreifen sind in der wärmeren Jahreszeit den Winterreifen eindeutig überlegen. Der große Leistungsunterschied entsteht vor allem durch komplett verschiedene Laufflächenmischungen sowie die Profilgestaltung. Sommerreifen sind u. a. aufgrund der härteren Gummimischung ideal auf sommerliche Fahrbedingungen abgestimmt.

James Tennant
Obmann VRÖ – Verband der Reifenspezialisten Österreichs

Die richtige Reifenwahl

Wer bei warmen Temperaturen mit Winterreifen fährt, riskiert seine Sicherheit und gefährdet eventuell andere Verkehrsteilnehmer. Als Faustregel gilt: ab + 7°C ist es an der Zeit auf Sommerreifen zu wechseln. Sommerreifen sorgen in der warmen Jahreszeit für ein genaueres Lenkverhalten sowie kürzere Bremswege auf trockener oder nasser Fahrbahn.

PKW-Reifen  werden heute so entwickelt, dass die Ausgewogenheit der Produkteigenschaften und damit die Sicherheitsqualität über das gesamte aktive Reifenleben erhalten bleibt. Vorausgesetzt, die Reifen werden ständig unter normalen Bedingungen genutzt und in Ruhezeiten einwandfrei gelagert.

Kompromisse bei Reifen sollten aus sicherheitstechnischen Erwägungen nicht gemacht werden. Auch das oft vergessene Reserverad sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Wesentlich ist auch das Alter der montierten Reifen. Unsere Empfehlung ist, Reifen maximal sechs Saisonen nach Erstmontage zu nutzen.

Wie erkennt man das Alter der verwendeten Reifen?

Auf der Reifenseitenwand befindet sich eine Zahlen- und Buchstabengruppe, die mit den Buchstaben „DOT …“ beginnt. Die letzten vier Ziffern stellen die Herstellerwoche/-jahr und somit das Reifenalter dar. Zum Beispiel  bedeutet  2202 die 22. Woche im Jahr  2002. Reifen aus der 90er Dekade haben drei Ziffern und ein Dreieck.

„Kompromisse bei Reifen sollten aus sicherheitstechnischen Erwägungen nicht gemacht werden.“

Reifen altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse. Dazu gehören u.a. UV-Strahlung, Spritzwasser, Hitze, Kälte usw. Diese Prozesse vollziehen sich auch bei nicht oder wenig genutzten Reifen. Um diesen Vorgängen entgegenzuwirken, werden der  Gummimischung Substanzen beigemengt, die leistungsmindernde Reaktionen in erforderlichem Maße verhindern. Die Lebensdauer von Reifen ist von unterschiedlichen Einflüssen abhängig wie zum Beispiel:

  • Dem Zustand des Fahrzeuges (Achsgeometrie, Stoßdämpfer, ...)
  • Der Fahrweise (gleiten oder hetzen)
  • Der Art und Weise, wie Hindernisse (Randsteine, Schlaglöcher) überfahren werden
  • Der Einhaltung des vorgegebenen Luftdrucks, angepasst an die individuellen Belastungen.
  • Den Lagerbedingungen der Reifen, u. v. a. m.

Sehr oft wird in Unternehmen bzw. im Flottenbreich bei Fahrzeugen mit geringerer Laufleistung das Alter und der Zustand der Reifen zu wenig beachtet. Auch wenn das Fahrzeug aufgrund der Profiltiefe noch jede § 57a Prüfung schafft, sollte bedacht werden, dass die Mitarbeiter sich bei solchen Fahrzeugen auf ein verändertes Fahrverhalten und längere Bremswege, speziell bei nasser Fahrbahn, einstellen müssen.