Unpünktliche Zahlungen, Kundeninsolvenzen, bestrittene Forderungen oder schlicht und einfach vergessene Rechnungen – es gibt eine ganze Bandbreite an verschiedenen Gründen, warum Unternehmen für erbrachte Leistungen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt ihr Geld bekommen. Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle können weitreichende Konsequenzen für Unternehmen haben.

So muss die Nicht-Zahlung mit einem deutlichen Mehrumsatz kompensiert werden. Was bei einer guten Wirtschaftslage mehr oder weniger einfach auszugleichen ist, kann in schlechten Zeiten sowohl kurz- als auch langfristig negative Auswirkungen nach sich ziehen. Vor allem in der aktuellen wirtschaftlichen Schwächephase führt unpünktliches Zahlungsverhalten schnell zu einer akuten Liquiditätsnot bei Lieferanten. Und dies kann schließlich zu problematischen Rückwirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft führen.

Forderungsverluste und Zahlungsmoral

Von Liquiditätsengpässen aufgrund von Forderungsausfällen besonders betroffen sind kleinere und mittlere Unternehmen. Die Gründe dafür sind unter anderem weniger finanzielle, aber auch personelle Ressourcen für das Forderungs- und Risikomanagement sowie die stärkere Bindung an einzelne Kunden und deren Zahlungsverhalten.

Obwohl die Zahl an Insolvenzen in Österreich insgesamt abnimmt, können durch eine unzureichende Zahlungsmoral entstandene Forderungsverluste im schlimmsten Fall existenzgefährdende Zustände, etwa bei produzierenden kleineren und mittelständischen Unternehmen, hervorrufen.

Besonders krisengebeutelt ist speziell das Baugewerbe, das ebenfalls unter der teils schlechten Auftragslage leidet. Hinzu kommt, dass sich unpünktliche Zahlungen oftmals in brancheninterne Verhaltensmuster einreihen und somit als gängige Vorgangsweise angesehen werden.

Möglichkeiten zur Absicherung

Damit es bei etwaigen Forderungsausfällen zu keinerlei betrieblichen Einschränkungen kommt, können sich Unternehmen dahingehend absichern. Möglichkeiten dazu gibt es je nach Unternehmensgröße und Branche über diverse Versicherungsanbieter. Viele Unternehmen sind häufig allerdings unzureichend über entsprechende Absicherungsoptionen informiert. Zusätzlich verzichten vorwiegend kleinere und mittlere Unternehmen auf die Einleitung rechtlicher Schritte im Falle einer bestrittenen Forderung.

Befürchtete hohe Kosten oder Risiken im Gerichtsfall sind mögliche Ursachen dafür. Nachholbedarf scheint es somit nicht nur bei der Aufklärung über den Nutzen von Versicherungen bei Zahlungsunfähigkeit zu geben, sondern auch über Absicherungsmöglichkeiten für Rechtsverfolgungskosten.

Effektives Forderungsmanagement

Bevor es zu möglichen Zahlungsschwierigkeiten bei Kunden kommt, können Unternehmen durch aktives Forderungsmanagement Risiken bereits im Vorfeld einschätzen und abtesten. Dazu gehören etwa Vertrauensabschätzungen, die beispielsweise vom Kreditmanagement durchgeführt werden, oder auch die Einteilung in Risikoklassen anhand einer Bonitätsprüfung. Zu einem funktionierenden Forderungsmanagement zählt außerdem ein stringentes, innerbetriebliches Mahnwesen, um spätere Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

Als besonders effektiv hat sich das Zusammenspiel zwischen betriebsinternen Maßnahmen zum Aufbau eines aktiven Forderungsmanagements und der Inanspruchnahme einer geeigneten Versicherungslösung erwiesen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig informieren, damit sie Liquiditätsengpässe am Ende des Tages in der Bilanz nicht teuer zu stehen kommen.