Eine Studie der Uni Graz zeigt: Mitarbeitende, die ausreichend Wertschätzung für ihre Arbeit bekommen, sind fünf Mal so engagiert. Jene, die kaum Wertschätzung erlangen, haben ein vielfach höheres Burnout-Risiko. Somit hat Wertschätzung einen essenziellen Einfluss auf die Gesundheit, die Freude an der Arbeit und damit auch die Leistung der Mitarbeitenden.

Sehen, was übersehen wird

Aber was ist es, das MitarbeiterInnen krank macht?

Burnout, Stress, Sucht, Konflikte, Mobbing, sexuelle Belästigung und Krisensituationen am Arbeitsplatz – das sind alles Probleme, die ein positives Betriebsklima und das psychologische Wohlbefinden der einzelnen Mitarbeiter gefährden. Aber auch fehlende Informationen, unklare Zuständigkeiten und zu wenig Lob sind auf Dauer zermürbend.

In der Chefetage nimmt man das nicht immer wahr, weil sich das erst in gravierenden Fällen in den Geschäftszahlen widerspiegelt und man seine Augen im Unternehmen nicht überall haben kann.

Ermitteln, beurteilen und umsetzen

Auch der Gesetzgeber hat dies erkannt und die Unternehmen verpflichtet, ihren MitarbeiterInnen Arbeitsplätze zu schaffen, an denen man auf Dauer gesund bleiben kann.

Die Arbeitsplätze müssen nicht nur in Hinblick auf mögliche Belastungen analysiert werden, sondern es wird auch die Meinung der wahren Experten für die Arbeitsplätze eingeholt – der Mitarbeitenden selbst.

Damit sich etwas verbessert, müssen diese Erkenntnisse dann auch praktisch genutzt werden. Die Führungskräfte haben dabei eine große Verantwortung: ausgehend von den Vorschlägen leiten sie Maßnahmen ein, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ebenso sollte aber auch in den Fällen, in denen es nicht möglich ist, offen kommuniziert werden, weshalb.

Arbeitspsychologen können somit mit ihrer Kompetenz über MitarbeiterInnenbefragung, der Beratung der einzelnen Angestellten bis hin zum Coaching von Führungskräften unmittelbar für eine Verbesserung des Arbeitsklimas beitragen.

Das ist im effizienten Fall ein aktiver Prozess: Ein betriebliches Gesundheitsmanagement arbeitet dann auch nach der Befragung weiter mit externen Arbeitspsychologen zusammen, die wie Betriebsärzte MitarbeiterInnen psychologisch untersuchen – das ist heute bereits in 25 Prozent der gesetzlich vorgeschriebenen Präventionszeiten möglich.