Es ist das vielleicht wichtigste Rennen der gesamten Skisaison. Ein Sieg an dieser legendären Strecke zählt für viele österreichische Rennläufer mehr als ein Weltmeistertitel: das Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Doch nicht nur für die Männer auf den gewachsten Brettern ist die „Streif“ eine wahre Herausforderung – auch für die Veranstalter, die das ganze Spektakel erst ermöglichen, ist viel zu tun.

Einmal im Jahr – traditionell im Jänner – verwandelt sich Kitzbühel in eine einzige Sportarena. Bis zu 100.000 Zuschauer aus aller Welt pilgern dann in das Tiroler Bergdorf, um an drei Tagen die Skiprofis bei ihren Rennen anzufeuern. Mit Abstand am beliebtesten ist dabei die Königsdisziplin – die Abfahrt. Allein zu diesem Rennen kommen jedes Jahr bis zu 45.000 Ski-Fans. Eine riesige logistische Herausforderung, bedenkt man, dass es in Kitzbühel sonst nur rund 8.000 Einwohner gibt. Für das Event werden daher extra Großparkplätze außerhalb Kitzbühels eingerichtet, von wo die anreisenden Zuschauer in gratis Shuttlezügen direkt zum Zielgelände transportiert werden. Selbst internationale Züge legen während des Rennwochenendes einen Stopp in Kitzbühel ein.

Der Publikumsmagnet Hahnenkammrennen zieht jedoch nicht nur „gewöhnliche“ Sportfans an. Auch Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Entertainment finden ihren Weg zur „Streif“. Unter den VIPs finden sich außerdem Weltstars, wie etwa Arnold Schwarzenegger, die vor, während und nach dem Rennen umsorgt werden möchten.


Von den Tiroler Bergen in die weite Welt

Doch nicht nur die Zuschauerzahlen machen deutlich, welche Dimensionen der Event hat. Jahr für Jahr investieren die Veranstalter über 6,5 Millionen Euro, um das größte Skispektakel Österreichs auf die Beine zu stellen. Für den Großraum Kitzbühel beschert das Ski Event einen wahren Geldregen: Rund 37 Millionen Euro werden allein an diesem Wochenende in der Region ausgegeben. Nur rund ein Viertel der Summe fällt dabei auf die angereisten Zuseher. Mit je rund 14 Millionen Euro lassen die Sponsoren und TV-Stationen deutlich mehr Geld in den Tiroler Bergen liegen.

Kein Wunder, bedenkt man, welchen Aufwand allein die Medien für die flächendeckende Berichterstattung vom Hahnenkammrennen betreiben: Fast 600 Medienakkreditierungen werden jedes Jahr an Journalisten und Techniker aus rund 30 Nationen vergeben. Damit gehört das Rennen zu den ganz großen Sportereignissen weltweit. Durchschnittlich 45 TV-Stationen und 30 Radiosender berichten dann live von der „Streif“ – nicht nur nach Europa, USA oder Kanada. Auch im weit entfernten Japan weckt der Ski-Klassiker großes Interesse.

Jährliches Highlight im heimischen Fernsehkalender

Besonders beliebt ist das Rennen natürlich beim Heimpublikum: Mit circa 1,5 Millionen Zusehern bei den Live-Übertragungen gehört die „Streif“ Jahr für Jahr zu den Highlights im TV-Programm. Selbst Felix Baumgartners Sprung aus der Stratosphäre – immerhin ein einmaliges und weltweit gefeiertes Medienereignis – lockte in Österreich gerade einmal 800.000 Zuschauer mehr vor den Bildschirm. Weltweit verfolgen stolze 262 Millionen Ski-Begeisterte das Rennen in den Tiroler Bergen.

 

Vom Pistenarbeiter bis zum Punschverkäufer – alle helfen mit

Dass die teilnehmenden Skirennläufer und die vielen Zuschauer ein reibungsloses Rennen erleben können, dafür sorgen über 1.450 Helfer, die rund um den Hahnenkamm direkt und indirekt für die Veranstaltung im Einsatz sind. Von den Mitarbeitern in den Organisationsbüros, dem Sicherheitspersonal und den Essensverkäufern im Stadion bis hin zu den Pistenarbeitern. Diese sind für die Sicherheit sowohl der Rennläufer, als auch der Zuseher unverzichtbar. Wenn Klaus Kröll, Body Miller oder Aksel Lund Svindal mit bis zu 130 Kilometern pro Stunden die „Streif“ hinab jagen, müssen Fangnetze und Zuschauerzäune einhundert prozentig sicher im Schnee verankert sein. Und davon gibt es nicht gerade wenige: Über acht Kilometer Sicherheitsnetze und 12 Kilometer Zuschauerzäune werden von den Helfern entlang der Piste aufgebaut. Dafür müssen sie rund 12.000 Befestigungsstangen in den eisigen Untergrund bohren. Gerade an der mit bis zu 85 Prozent Gefälle steilsten Stelle – der Mausefalle – kein leichtes Unterfangen.