Das ganze Leben ist eine Frage der Balance. Zu viel oder zu wenig des Guten – wie auch immer das Gute definiert wird – kann das äußere und das innere Gleichgewicht stören. Ein Prinzip, das auf so viele Momente und Bereiche des Lebens zutrifft. Gerade wenn Menschen sich in dauernden Stress- und Belastungssituationen befinden, schlägt das Pendel immer weiter von der ausgleichenden Mitte aus.

Was allerdings in der Mitte angekommen ist, sind die Folgen eines solchen Lebensstils, nämlich gesellschaftlich gesehen. Psychische Belastungen, die bis hin zu Burnout, Depressionen oder anderen ernsthaften Erkrankungen führen können, sind überall anzutreffen. Um erst gar nicht in den Strudel aus Stress, Negativität und Ballast zu kommen, ist Prävention wichtig. Eine dieser präventiven Maßnahmen klingt simpler als es vielleicht im Alltag umzusetzen ist: Bewegung.

Eigene Leistungsreserven auffüllen

Dass Bewegung einen essenziellen Anteil an einem gesunden Lebensstil hat, ist keine allzu große Neuigkeit. Ebenfalls ein alter Hut ist, dass Sport und Fitness auch für den Umgang mit Stress, für die allgemeine mentale Verfassung und die psychische Gesundheit wichtig sind. Und dennoch machen viele Menschen wenn sie gestresst sind paradoxerweise genau das nicht mehr, was ihnen eigentlich guttut.

Egal zu welcher Jahreszeit, ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint, Sport und Bewegung – Outdoor oder Indoor – helfen mit psychischen Belastungen besser umgehen zu lernen. So unterstützt beispielsweise Ausgleichssport dabei, die Leistungsreserven wieder zu füllen oder insgesamt stresstoleranter zu werden.

Innere Unruhe kann dabei ebenso abgebaut werden wie etwa Aggressionen oder angestaute Emotionen. Dabei muss es aber nicht immer die 90-minütige Power-Session sein, auch kleine tägliche Bewegungs- und Erholungseinheiten helfen Körper und Geist von ihrer Überaktivität abzuschalten.

Inneren Schweinhund überwinden

Sport kann tatsächlich glücklicher und ausgeglichen machen. Verantwortlich dafür sind chemische Reaktionen, die im Körper in Gang gesetzt werden. Abgesehen von dem Mix an Glücksgefühlen, die auch den Stoffwechsel im Gehirn und somit die geistige Fitness erhöhen, tut es auch einfach gut, den inneren Schweinhund überwunden zu haben.

Schließlich weiß jede und jeder selbst am besten, wie schwer es oft ist, sich nach oder vielleicht sogar vor und natürlich auch während der Arbeit aufzuraffen und sich zu bewegen. Dabei ist die eigene Körperwahrnehmung ungemein wichtig und jede Art von Bewegung dafür hilfreich. Nicht umsonst sind Achtsamkeitsübungen ein wichtiger Bestandteil etwa von Burnout-Therapien.

Noch viel besser ist natürlich, sich bereits präventiv der Stress-Prophylaxe anzunehmen. Das können beispielsweise Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Wandern sein sowie Entspannungsübungen – etwa Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Qi Gong, Yoga oder Meditation.

Power und Entspannung im Büro

Oft braucht es nur wenige Minuten, um wieder in Bewegung zu kommen – sprich auch zwischendurch im Büro sind kleine, aber effektive Bewegungs- und Entspannungseinheiten möglich. Angenehmer Nebeneffekt: Menschen, die den ganzen Tag sitzend vor dem Computer verbringen, tun damit auch etwas Gutes für ihren Rücken, Nacken oder auch für ihre Durchblutung. Diese kurzen Übungen können etwa Bürogymnastik, Office-Yoga oder ein kleines Workout sein.

Immer mehr Firmen bieten gezielte Maßnahmen an, wie etwa eine betriebliche Gesundheitsfürsorge an.

Mehr und mehr Firmen bieten dies auch gezielt im Sinne einer betrieblichen Gesundheitsfürsorge an. So gibt es beispielsweise Fitness- oder Bewegungsräume, die mit allerlei sportlichen Gerätschaften wie Cardiogeräten oder auch Gymnastikmatten für Entspannungstrainings ausgestattet sind. Aber auch am Bürosessel gibt es einfach Übungen für Zwischendurch. Damit kann man Sport einfach in den Arbeitsalltag integrieren – ganz ohne Ausreden.

Balance finden für den Drahtseilakt

Wo, was und wie lange man Sport und Bewegung macht, ist natürlich Geschmackssache. Es gibt Menschen, die sich lieber draußen in der freien Natur und allein bewegen, es gibt Menschen, die die Gruppendynamik in Fitnessstudiokursen präferieren und es gibt Menschen, die je nach Lust, Laune und Tagesverfassung einmal lieber Joggen, das nächste Mal eher Yoga und das übernächste Mal ein intensives Krafttraining bevorzugen.

Wichtig ist, dass man aber auch hier die Balance findet. Ständig ausgepowert zu sein und anschließend noch ein Powertraining zu absolvieren, kann kontraproduktiv sein, ebenso wie ständig nur drinnen zu sitzen und auch abseits davon nie in die Natur hinauszukommen. Für viele ist heute die physische und psychische Ausgeglichenheit im Leben ein Drahtseilakt – Sport und Bewegung unterstützen auf jeden Fall dabei, die Balance zu halten.