Jeder gute Verkäufer weiß, dass die Kaufentscheidung der Kunden stark von deren Gefühlsebene beeinflusst wird. Die Wohlfühlatmosphäre schafft jedoch nicht der Verkäufer allein, sondern das gesamte Geschäftslokal mit allen Aspekten. Damit spielt das Ambiente eine entscheidende Rolle. Innovatives Shopdesign ermöglicht den Wandel vom „Point of Sale“ zum „Point of Comfort“. So bleibt beim Shopping nichts dem Zufall überlassen.

Weniger ist mehr

Die Fülle des Angebots im Verkaufsraum sollte die Kunden keineswegs erdrücken. Ein optisch reduziertes Sortiment vermittelt den Eindruck von Exklusivität und unterstreicht ein auserlesenes Portfolio. Das sogenannte Arena-Prinzip verbessert die Übersichtlichkeit im Laden.

Konkret bedeutet dies eine terrassenartige Anordnung der Geschäftsmöbel, die zur Wand hin höher werden. Zusätzlich wird der Fernwirkung und Raumdimension durch gut positionierte Lichtakzente geschickt nachgeholfen.

Unscheinbare Kundenführung

Neben proaktivem Verkaufspersonal lassen sich Kundenströme auch durch einen durchdachten Spannungsbogen leiten. Der Klassiker ist wohl das Schaufenster, das bereits seit Jahrhunderten Passanten anzieht. Zeitlos gestaltet sollte es trotzdem nicht sein – so groß die Verlockung einer Alljahresdeko auch sein mag.

Schließlich ist das Schaufenster die Inszenierung des Sortiments und Blickfang zugleich. Passanten betreten das Geschäftslokal viel eher, wenn die Auslage alle drei bis vier Wochen umgestaltet wird. Im Eingangsbereich sind Farbsignale und Orientierungshilfen in Form von Piktogrammen nützlich.

Vermeintliche tote Winkel im Laden lassen sich durch gezielte Displays aufwerten. Der Kassenbereich hingegen dient eher als Entspannungszone, um den Kunden in seiner Kaufentscheidung zu bestärken.

Farbeinsatz weckt Emotionen

Ein durchdachtes Farbkonzept vitalisiert die Wände und wirkt bekanntlich auf das Wohlbefinden. Werte wie Sauberkeit und Reinheit vermittelt der Ladenbauer mit der Farbe Weiß. Grün steht für Natürlichkeit und beruhigt an einem stressigen Einkaufssamstag, während warme Farben wie Orange frische Energie und Lebensfreude anregen. Immer beliebter werden auch natürliche Stein- oder Holzoptiken, Mustertapeten und Retromotive.

Selbst nackte Beton- oder Ziegelwände transportieren ein gewisses Flair, das je nach Produktpalette und Zielgruppe durchaus ansprechend wirken kann. Entscheidend ist letztendlich das stimmige Gesamtbild. Ein Industrial Look könnte beispielsweise mit Do-It-Yourself-Möbeln aus Europaletten zum perfekten Hingucker werden.

Einkaufserlebnis durch Cross-Channel

Die moderne Weiterentwicklung des Mehrkanal-Handels verbindet alle Vertriebswege. Ein kongruenter Kaufprozess wird im stationären Handel etwa über Kundenterminals oder Smartphone-Apps ermöglicht, die eine Schnittstelle zum Onlineshop bilden. Detaillierte Produktinfos und Verfügbarkeit fragt der Kunde direkt am „Touchpoint“ ab. Interaktionen intensivieren das Erlebnis im Schauraum und verstärken zusätzlich die Kundenbindung.

Immer der Nase nach

Modehäuser, Sportgeschäfte, Hotels und selbst Fitnessstudios haben eines gemeinsam: sie alle setzen auf Duftmarketing. Damit werden nicht nur unangenehme Gerüche kaschiert, sondern auch schöne Gedankenspiele kreiert. Synthetische Sprays riechen meist künstlich und werden immer wieder mit Allergien in Verbindung gebracht. Frische Blumen, saftige Zweige oder getrocknete Früchte hingegen verbessern das Raumklima auf natürlichem Wege und sehen sogar gut aus.