Das Hamsterrad der Arbeit dreht sich immer schneller. Die Folge: Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter, psychischer Belastungen nehmen zu – bereits rund 3,3 Milliarden Euro gesamtwirtschaftliche Kosten verursachen diese jährlich.

Persönliche Gefährdung

Noch immer werden psychische Gefahren der Arbeitswelt als „persönliches Problem“ der Beschäftigten betrachtet. Fakt ist jedoch: Die Verantwortung für gesunde Arbeitsbedingungen tragen die ArbeitgeberInnen. Sie sind verpflichtet, psychische Belastungen und Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln. Hier herrscht dringend Aufholbedarf – erst jedes fünfte Unternehmen hat diese Evaluierung zur Gänze durchgeführt.

Ein Angebot an Yoga- oder Zeitmanagementschulungen für die Beschäftigten reicht nicht aus, um arbeitsbedingte, psychische Gefahren abzuwehren. Ist die Arbeit selbst die Quelle von Stress, ist der Versuch, ArbeitnehmerInnen zu verändern, geradezu paradox. Das ist, als würde der Kapitän eines leckgeschlagenen Schiffs den Befehl geben, eingedrungenes Wasser laufend abzupumpen, das Leck selbst aber nicht abdichten. Für die Betriebe gilt es, die Ursachen von krankmachenden Arbeitsbedingungen zu beseitigen und nicht bloß deren Auswirkungen zu bekämpfen.

Maßgebliche Faktoren

Nur gesunde Arbeitsbedingungen erlauben gesundes Arbeiten. Ein hohes Maß an Selbstbestimmung, Erfolgserlebnissen und Wertschätzung der Leistung, sowie an abwechslungsreicher und interessanter Arbeit sind hierbei wesentlich. Die natürlichen Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit müssen durch eine angemessene Personalplanung berücksichtigt werden.

Eine wertschätzende Unternehmens-, Informations-und Führungskultur, reibungsarme Arbeitsabläufe sowie eine gute Organisation bilden ebenso zentrale Stellschauben. Auch die Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel und der Arbeitsraum müssen „gute Arbeit“ ermöglichen. Bei der Gestaltung menschengerechter Arbeit stehen deshalb Arbeits- und OrganisationspsychologInnen den Betrieben gern mit Rat und Tat zu Seite.

Es gilt: Gesunde Arbeitsbedingungen bilden die Basis für produktive, erfolgreiche Arbeit. Es ist erforderlich, eine Arbeitswelt zu schaffen, die es den Menschen ermöglicht, ihre Arbeit gesund bis zur Pension auszuführen. Davon profitieren letztlich alle – ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen.