Laut eines Berichts des International Ressource Panel (IRP) des UN-Umweltprogramms Unep verdreifachte sich die Menge abgebauter Rohstoffe (Primärrohstoffe) weltweit zwischen 1970 und 2010 von 22 auf 77 Milliarden Tonnen, Tendenz: rasant steigend. Ohne anders zu wirtschaften, bräuchten die dann neun Milliarden Menschen 2050 180 Millionen Tonnen Rohstoffe.

Besorgniserregend ist zudem, dass seit 2000 Rohstoffe weniger effizient genutzt werden als zuvor. Angesichts der Endlichkeit der Rohstoffe ist  aberSparen angesagt. Zum Beispiel, indem Rohstoffe effizienter und wiederholt zum Einsatz kommen (Recycling).

Effizienter Rohstoffverbrauch und Rohstoffrecycling

Ein Großteil des Rohstoffbedarfs erwächst aus dem steigenden Bedarf an Energie. Hier müssen wir künftig auf erneuerbare Energieträger setzen, allen voran auf die Sonne, um fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle zu ersetzen. Das Umdenken muss auch dazu führen, den Rohstoffeinsatz so zu planen und zu realisieren, dass ein Rohstoffkreislauf im Sinne einer rundlaufenden Kreislaufwirtschaft stattfindet, in der jeder Rohstoff rückgeführt und wiederverwendet wird.

Produkte müssen dazu großteils neu konzipiert werden, um kreislauffähig und recycelbar zu sein. Recyclingprobleme, wie sie derzeit sogenannte Verbundstoffe machen, die sich nur schwer trennen lassen, müssen von vornherein ausgeschlossen werden. Ziel muss es ebenso sein, eine Langlebigkeit der Produkte zu erreichen, die der heute noch weit verbreiteten gezielten Kurzlebigkeit (Obsoleszenz) ein Ende setzt.

Rohstoffwende vollziehen

Den Rohstoffverbrauch umzudenken, muss zur Sache all ihrer Verbraucher werden. Akteure in Privathaushalt, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft müssen beginnen, Rohstoffe zu sparen und zu recyceln, um Ressourcen zu schonen. Die Politik steht am Ruder, ihre Gesetze geben das Schritttempo der Rohstoffwende vor. Je höher die Quoten für Rohstoffsammlung, -trennung und -recycling zum Beispiel in einem EU-Kreislaufwirtschaftspaket angesetzt werden, desto schneller kommen wir ans Ziel.

Viele Akteure sind bereits auf dem Rohstoffe sparenden und/oder wiederverwertenden Weg. Das Internet hilft ihnen dabei: Gebrauchte Rohstoffe (Sekundärrohstoffe) werden mittlerweile risikolos grenzüberschreitend online gehandelt. Nachfrage und Angebot kleiner und großer Mengen treffen dort passgenau aufeinander: Wer eine Tonne Stahl- oder Eisenschrott secondhand erwirbt und recycelt, spart der Welt den Abbau von anderthalb Tonnen Eisenerz und einer Tonne CO2-Emissionen.