Wir halten uns alle - ob gezwungenermaßen oder freiwillig - immer mehr in geschlossenen Räumen auf und genießen dann umso mehr attraktive Angebote an der frischen Luft. Diesem Bedürfnis kommen Eventveranstalter gerne entgegen und bieten Freiluftevents auch für ihre Businesskunden.

Veranstaltungen bewegen

Neben den vielen lichten Aspekten gibt es dabei aber auch einige Schattenseiten zu berücksichtigen, wenn man möchte, dass die Veranstaltung zu einem Green Event wird: Veranstaltungen bewegen nicht nur emotional, sondern auch räumlich: Menschen, Güter, Technik müssen transportiert werden und das verursacht nicht nur CO2, sondern auch Verkehrslärm oder Flurschäden, was es von vornherein zu minimieren gilt.

Mag. DI Dr. Regina Preslmair
Expertin für Green Events und Meetings des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Die Mobilität ist besonders bei Events im Freien oft eine große Herausforderung, um eine mehr oder weniger große Anzahl an Menschen angenehm und umweltschonend zur Eventlocation zu befördern. Sind umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn verfügbar, so ist die Information darüber von zentraler Bedeutung. Das Angebot von Kombitickets zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geht noch einen Schritt weiter. Wenn nötig, müssen Shuttles von der Station zum Veranstaltungsort oder Fahrgemeinschaften organisiert werden. Für sportliche Teilnehmer kann man die Fahrrad-Nutzung fördern und kleine Belohnungen wie ein Getränk oder Fahrradservice vor Ort anbieten.

Bei Veranstaltungen in der Natur und besonders, wenn Gebäude oder sonstige Strukturen aufgestellt werden müssen, ist der Schutz des Grünlandes ein zentraler Aspekt. Hier kann ein umfassendes Schutzkonzept bleibende Schäden verhindern.

Regionales Umfeld beachten

Ein wichtiger Aspekt ist auch das regionale Umfeld der Veranstaltung: Für die Anrainer einer Ortschaft, in der ein Großevent Einzug hält, bleibt oft das Gefühl, überrollt zu werden und in einem Haufen aus Abfall übrigzubleiben.

Die bewusste Einbindung der regionalen Wirtschaft durch Bezug regionaler Produkte oder Beschäftigung regionaler Kräfte erhöht das Verständnis und beugt Konflikten vor. Ein ausgeklügeltes Abfallkonzept, das primär Abfall vermeiden hilft und dann die perfekte Entsorgung ermöglicht, sollte ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein. Wichtig ist aber auch hier die positive Kommunikation des Themas damit es nicht zur Belästigung, sondern zum gemeinsamen Ziel wird.

Auch spezielle Angebote für Teilnehmer aus der Region oder die Einbindung regionaler Künstler sorgen dafür, dass sich die Anrainer nicht nur als reine Locationprovider benutzt fühlen.

Umweltkriterien

Die über 5.000 Unternehmen der Veranstaltungsbranche erzielen einen Umsatz von über 7 Mrd. Euro. Etwas über 30 von ihnen sind qualifiziert und können ihre Events mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Green Events zertifizieren.

Diese Green Events stehen für eine umweltfreundliche Veranstaltungsorganisation unter Einhaltung einer Vielzahl an Kriterien: von umweltverträglicher Mobilität, CO2-Reduktion und umweltfreundlichen Unterkünften über regionales und Bio-Catering, umweltfreundliches, Material- und Abfallmanagement bis zu sozialen Aspekten und Kommunikations- sowie Eventtechnik.

umweltzeichen