40.000 Personen täglich machen die Klimakonferenz selbst zur Belastung für das Klima

Vom 30. November bis 11. Dezember findet in Paris die Klimakonferenz der Vereinten Nationen, COP 21, statt, bei der neue verbindliche Klimaziele vereinbart werden sollen, um auch unseren Kindern noch eine Chance zu geben, in einer menschenwürdigen Umwelt zu leben.

20.000 Teilnehmer und 20.000 Besucher aus 195 Ländern, darunter 80 Staats- und Regierungschefs, werden auf dem 80.000 m2 großen Messegelände von Paris-le Bourget erwartet – eine große Herausforderung für die Sicherheit, aber auch für die Umwelt.

Prinzip Vermeidung oder Kompensation?

  • Die Emissionen von vor Ort produzierten Treibhausgasen werden auf 21.000 Tonnen CO2-Äquivalent geschätzt und sollen von der französischen Regierung durch Projekte in Entwicklungsländern kompensiert werden.
  • Was mit den sehr viel höheren Emissionen durch die mehrheitlich mit Flugzeugen anreisenden Teilnehmer passiert, bleibt jedoch unbeachtet.
  • Vor Ort setzt die Konferenz aber viele konkrete Maßnahmen im Mobilitätsbereich: vom gratis Pass für den Öffentlichen Verkehr bis zu verstärkten Bahn- und Busverbindungen. Ergänzt wird dieses Angebot durch 70 kostenlose Shuttlebusse und 200 Elektroautos.
  • Das Verhandlungsgebäude besteht aus Holz, wobei die 900 dafür gefällten Bäume alle nachgepflanzt werden sollen. Emissionsarme Heizungen und Windkraft sorgen für die nötige Energie und für die Stärkung der Teilnehmer sorgen regionale Lebensmittel.
  • 55 Trinkwasserspender und viele Mehrwegbecher sollen Müll vermeiden. Da man trotzdem mit großen Müllmengen rechnen muss, wird auf Mülltrennung großen Wert gelegt.
  • Als kulturelle Initiative soll während der Konferenz ein künstlicher Lichterwald auf die bedeutendsten Gebäude von Paris projiziert werden. Zuschauer können virtuelle Bäume entwerfen, die dann tatsächlich gepflanzt werden.

Wie machen das Großveranstaltungen in Österreich?

  • Vergleichbare  Events in Österreich wie der Eurovision Song Contest wurden insgesamt als Green Event organisiert und nach Umweltzeichenkriterien zertifiziert, um  Vorbild für künftige Events zu sein.
  • Schon bei der Wahl der Austragungsstätte ist es wichtig, auf gute Erreichbarkeit Rücksicht zu nehmen. Dadurch kamen beim Songcontest 85 Prozent der Gäste tatsächlich mit dem öffentlichen Verkehr. Das erste Mal konnte diese Großveranstaltung ausschließlich von erneuerbarem Strom aus dem Netz gespeist und auf laufende Dieselaggregate verzichtet werden. Mehr als 440.000 Liter Diesel bzw. über 1.000 Tonnen CO2 wurden dabei eingespart.
  • Licht ist ein wichtiger Faktor bei Events, der bewusst sparsam eingesetzt und durch LED-Lampen optimiert werden sollte.
  • Ein Green-Event-Catering besteht überwiegend aus regionalen und saisonalen Spezialitäten mit hohem Bio-Anteil. Bei den Getränken sind Mehrwegbechersysteme und das Anbieten von Leitungswasser gute Möglichkeiten, um den üblichen Berg an Einweg-Wasserflaschen zu verhindern.
  • Durch die Abfalltrennung fielen beim Songcontest bei insgesamt 3.500 Tonnen Material nur 26 Tonnen Restmüll und knapp 96 Tonnen Wertstoffe an, die getrennt gesammelt und rezykliert wurden. Dadurch wurden ebenfalls 203 Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen eingespart.
  • Als Beitrag zur Barrierefreiheit wurden beim Songcontest die Fernsehübertragungen untertitelt und in Gebärdensprache übertragen.

Teilnehmer schätzen grüne Maßnahmen

Die Teilnehmer des Song Contest bewerteten den Green Event zu 97 Prozent als hervorragende Idee und 90 Prozent meinten, dass sich die Green-Event-Maßnahmen positiv auf die Qualität auswirken. Eine Begleitumfrage des ORF bestätigt dieses Ergebnis: Bei der Barrierefreiheit lag die Zustimmung sogar bei 94 Prozent.

Neben den Teilnehmern sind es aber auch immer mehr die Veranstalter (58 Prozent), die  Klimaschutzziele als wichtig oder sehr wichtig einschätzen und zukunftsorientiert planen. (Quelle: Meeting- & Event Barometer Deutschland 2009)