Bundesminister Mahrer: „Österreichs Erfolg als Tagungsdestination ist auf das perfekte Zusammenspiel von innovativen Kongressveranstaltern, professioneller Hotellerie, einzigartigen Kulturanbietern in Verbindung mit der sprichwörtlichen österreichischen Gastfreundschaft zurückzuführen.“

Der Kongresstourismus hat sich in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Segment im heimischen Tourismus entwickelt. Laut International Congress and Convention Association (ICCA) belegte Österreich 2016 mit 268 Veranstaltungen den hervorragenden 12. Platz. Platz 1 nahmen die USA mit 934 Veranstaltungen ein, gefolgt von Deutschland und Großbritannien. Im Städteranking konnte Wien weltweit den ausgezeichneten 2. Platz mit 186 Kongressen knapp hinter Paris erzielen.

Perfektes Zusammenspiel

Die Gründe für diese Spitzenpositionen Österreichs sind vielfältig. Neben der Kooperation der Kongressveranstalter, der Tourismuswirtschaft und der Kulturinstitutionen sind vor allem die politische Stabilität, Sicherheit, die gute Erreichbarkeit im Herzen Europas und der Ruf Österreichs als Ort der Begegnung und der Gastfreundschaft zu nennen.

Ökonomische Vorteile

Auch wirtschaftlich hat sich der Kongresstourismus zu einem wichtigen Standbein entwickelt, die Tagungswirtschaft generierte in Österreich 2016 knapp 3,3 Millionen Nächtigungen. Rund 1,5 Millionen Kongressgäste besuchten 2016 eine der 20.000 Veranstaltungen in Österreich und Kongresstouristinnen und -touristen sind besonders gern gesehene Gäste.

Mit Spitzen im Frühling und Herbst deckt der Tagungstourismus auslastungsschwächere Perioden im klassischen Urlaubssegment ab und unterstützt die Entwicklung Österreichs zur Ganzjahresdestination. Weiters geben Kongressbesucherinnen und -besucher mehr aus als der durchschnittliche Gast: In Wien zum Beispiel waren 2016 die Tagesausgaben von Kongressbesucherinnen und -besuchern mit 538 Euro etwa doppelt so hoch wie jene anderer Gäste. Und die Erfahrung zeigt, dass viele Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer als Urlauberinnen und Urlauber zurückkommen, um im Rahmen eines längeren Aufenthalts Österreich besser kennenzulernen.

Stadt und Land

Kongresstourismus ist schon lange nicht mehr nur auf Städte beschränkt, auch wenn große Kongresse mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach wie vor hauptsächlich im urbanen Raum stattfinden. Es profitieren zunehmend auch die ländlichen Regionen, knapp zwei Drittel aller Veranstaltungen finden in den Bundesländern außerhalb Wiens statt.

Besonders das Bundesland Salzburg hat in den letzten Jahren deutliche Zuwächse erzielt, wobei die Anzahl der Meetings im Land gleich hoch wie in der Stadt Salzburg war. Auch in anderen Bundesländern freuen sich neben der Kongress-, Seminar und Tagungsbranche auch die Gastronomie mit ihren Weinbauern, Buschenschenken und weiteren Gastronomiebetrieben sowie Naturerlebnisanbieter und Kulturveranstalter über Kongress- und Tagungsgäste.

Innovativ und virtuell

Die Technik hat auch vor der Kongressbranche nicht Halt gemacht. In den letzten Jahren gab es große Veränderungen bei den technischen Anforderungen. Veranstaltungen werden heute häufig um virtuelle Elemente bereichert. So können neben physisch anwesenden Gästen bereits Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch Referentinnen und Referenten, aus allen Orten der Welt in das Geschehen eingebunden werden. Eine interaktive Kommunikation zwischen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist möglich.

Ökologische Kriterien

Auch die Nachhaltigkeit spielt im Kongresstourismus eine immer größere Rolle. 2010 wurde die österreichische Umweltzeichenrichtlinie 62 „Green Meetings und Events“ ins Leben gerufen und etablierte sich seither als anerkannte und glaubwürdige Marke für nachhaltige Veranstaltungen.

Diese Marke garantiert erhöhte Energieeffizienz, Abfallvermeidung und eine umweltschonende An- und Abreise der Gäste. Zentrale Aspekte sind auch regionale Wertschöpfung und soziale Verantwortung. Seit 2010 fanden insgesamt 843 Green Meetings und 182 Green Events mit knapp 840.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Im Jahr 2016 wurden 224 Meetings und 55 Events zertifiziert, die Besucheranzahl lag bei zirka 110.000 Personen.

Auf Basis sehr guter Voraussetzungen haben wir ein gemeinsames Ziel: Für die Zukunft gilt es, Österreichs Ruf als Tagungsdestination weiter auszubauen und noch mehr internationale Veranstaltungen nach Österreich zu holen und damit unter die Top 10 weltweit vorzustoßen.