Das beginnt mithilfe dieser Technologie schon an der Türschwelle: Jeden Kunden zu begrüßen und sogleich zu beraten, mag beim Greißler noch möglich sein. Mit der Realität im modernen Einzelhandel hat das aber nicht mehr viel zu tun.
Eine digitale Anzeigetafel spricht die Kunden bereits am Eingang an und informiert sie über die neusten Angebote.

Diese Funktion erfüllten natürlich bislang auch gedruckte Plakate, aber ein Monitorpanel ist erheblich flexibler: So ist es möglich über das Sortiment mit dem Blick auf die Kundenströme zu informieren – am Vormittag adressiert man die Pensionisten, während man nachmittags eher Schüler anspricht. Zusätzlich können die einzelnen Geschäftsbetreiber die Angebote in Echtzeit so regulieren wie es die Warenbestände gerade hergeben.
Was raus muss, muss raus – und das lässt sich hier mit einem Knopfdruck kurzfristig anpreisen. Es ist auch denkbar, dass bald einmal solche Systeme den Kunden per Gesichtsanalyse demographisch zuordnen, um ihn auf die von dieser sozialen Gruppe meistgekauften Produkte zu verweisen.

Jedoch muss der geneigte Käufer nicht nur passiv auf das Display starren: Interaktive Systeme ermöglichen es, dass sich der Kunde ohne große Schwierigkeiten gleich selbst auf dem Touchscreen durch das Sortiment arbeitet. Entsprechende Analysetools informieren ihn dann parallel ausgehend von seinem Suchverhalten über weitere Angebote.

Die Pistole bleibt im Halfter

Die Möglichkeiten des Digital Signage sind nicht nur auf den Eingangsbereich beschränkt: Digitale Leitsysteme verschaffen dem Kunden die einem angenehmen Einkaufserlebnis nötige Orientierung. Er findet sich besser zurecht und wird dabei begleitend über Angebote informiert.
Eine elektronische Preisbeschilderung etwa ermöglicht es, kurzfristig Schnäppchen auszugeben, ohne dass vorher noch ein Mitarbeiter mit der Etikettierungspistole zu Werke gehen muss. Aber nicht nur die Preise erscheinen hier in einem neuen Licht, sondern auch die Produkte selbst werden mit Digital Signage tiefgehender präsentiert: Bei der Shelf-Vision-Technologie etwa werden im Verkaufsregal kleine Anzeigetafeln auf Augenhöhe angebracht, sodass hier im direkten Blickfeld des Kunden Produkte audiovisuell und interaktiv vorgestellt werden können.

Der Kunde wird damit umfangreicher über Zusammensetzungen und Funktionsweisen informiert oder er geht virtuell gleich selbst auf Erkundungstour: So kann man zum Beispiel im Baumarkt ein Werkzeug zerlegen, ohne dass jemand die Augenbrauen hebt. Schließlich wird keine Packung aufgerissen, sondern der misstrauische Heimwerker darf es am Bildschirm einer genauen Untersuchung unterziehen.