Kommunikation ist allgegenwärtig und wichtiger denn je. Sie ist die Grundlage dafür, dass Menschen miteinander handeln können, Ideen umgesetzt werden und Märkte wachsen. An den Inhalten und Kommunikationszielen hat sich dabei seit Jahrhunderten kaum etwas verändert, an den Kommunikationsmitteln dafür umso mehr.

Dirk Hülsermann
OVAB-Präsident

Während Printmedien immer weiter in den Hintergrund rücken, spielen digitale Medien eine immer größere Rolle: Webseiten, Newsletter, Blogs, Social Media, Mobile Marketing und Suchmaschinen dominieren die moderne digitale Kommunikation.

Vielseitig einsetzbar

Der Vorteil der digitalen Medien liegt dabei klar auf der Hand: einmal produzierte Inhalte lassen sich schnell und zielgruppengenau an das Medium adaptieren und veröffentlichen – Kommunikation mit wenig Streuverlusten. Dies kann durch traditionelle Medien wie Print, TV und Radio – also die klassische one-to-many Kommunikation – nicht erreicht werden.  Digital Signage ist ein individueller Kommunikationskanal, mit dem die unterschiedlichsten Kommunikationsziele erreicht werden können – orts- und tageszeitunabhängig.

Doch was genau ist Digital Signage und wo wird es eingesetzt?

Der Begriff Digital Signage ins Deutsche übersetzt bedeutet «digitale Beschilderung» und umfasst grundsätzlich den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen. Egal ob Instore-TV, Corporate-TV, digitale Wegeleitung, digitale Außenwerbung, Fahrgast-TV oder Verkaufsunterstützung am PoS – die Anwendungsfelder sind vielfältig und wachsen stetig.

Aktuelle Branchenzahlen belegen, dass vor allem die Bereiche Transport, Banking und Retail die großen Treiber der Branche sind. Trends wie das zunehmende Angebot an leicht zu installierenden Ready-to-use- und Out-of-the-Box-Lösungen machen Digital Signage aber auch zunehmend für andere Märkte und kleinere Endkunden attraktiv, die dann eben auch nur kleinere Netzwerke installieren lassen.

Kreatives Marketing versus technische Möglichkeiten

Fälschlicherweise wird häufig bereits von Digital Signage gesprochen, sobald ein Bildschirm aufgestellt und Content abgespielt wird. Im eigentlichen Sinne umfasst Digital Signage jedoch vernetzte (audio-) visuelle Informationssysteme, deren Inhalte entweder programmgesteuert oder manuell zusammengestellt werden können. Dafür notwendig sind spezielle, professionelle Displays bzw. andere Präsentationstechniken, passende Playout-Hardware (Mediaplayer) sowie Software. Bei der Entscheidung für Digital Signage muss diese Dreieckskonstellation beachtet werden und in Einklang mit den eigenen Marketingvorstellungen gebracht werden. Ein nicht ganz triviales Unterfangen.

Eine Branche wird erwachsen

Von Kinderschuhen und Nischenmarkt war noch bis 2009 allerorts die Rede, wenn es um Digital Signage ging. 2010 kam dann der Durchbruch: Mit 21 Prozent Wachstum war die Krise überwunden und seither wuchs der Markt jährlich im zweistelligen Bereich. Insgesamt ist er heute mehr als doppelt so groß wie noch vor fünf Jahren. Leider auch nicht ohne die Boom-typischen Schwierigkeiten. Zu viele Anbieter drängten in den scheinbar lukrativen Markt. Schnell setzte die Konsolidierung ein und sorgte für eine notwendige und gesunde Marktbereinigung.

Heute kann man wohl ohne Zweifel behaupten, dass Markt und Marktteilnehmer erwachsen geworden sind. Die Krise ist überwunden, der Hype aber auch: Die Zahl der Marktteilnehmer ist auf einem normalen Niveau angekommen, das Wachstum noch immer zweistellig – aber gesund und normal.