Richtlinien und Vorschriften für Lichtwerbung

Für die Verwendung künstlicher Lichtquellen und visueller Informationsträger für verkehrsfremde Zwecke im straßennahen Bereich sind die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen, kurz RVS, einzuhalten. Diese Richtlinien sind über das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie verfügbar. Sie werden von den Fachleuten der betroffenen Gebietskörperschaften, dem Bund sowie den Ländern und Gemeinden unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen und unter Einbindung nationaler ExpertInnen aus Lehre und Forschung einvernehmlich erstellt.

Das Forum für diesen Arbeitsprozess stellt in Österreich die gemeinnützige Forschungsgesellschaft Straße - Schiene - Verkehr (FSV) zur Verfügung. Die für die RVS relevanten visuellen Informationsträger können ruhend oder bewegt ausgeführt sein, dasselbe gilt für die vermittelten Informationsinhalte. Zu den verschiedenen Arten von Informationsträgern zählen selbstleuchtende, angestrahlte sowie reflektierende Objekte.

Gefahren für den Straßenverkehr

Im Umfeld von Straßen kann Lichtwerbung durch unzulässig ablenkende Wirkungen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Eine solche ablenkende Wirkung ist beispielsweise dann gegeben, wenn die Auffälligkeit von Einrichtungen zur Regelung und Sicherheit des Verkehrs reduziert und damit die Aufmerksamkeit hinsichtlich des Verkehrsgeschehens negativ beeinflusst wird. Auch eine Verringerung der Erkennbarkeit von Verkehrsschildern oder Ampeln durch Blendwirkung oder Maskierung durch die Lichtwerbung stellen eine Gefahr für den Straßenverkehr und dessen TeilnehmerInnen dar.

Deshalb ist in den Richtlinien und Vorschriften des Straßenwesens eindeutig vermerkt, dass Informationsträger für verkehrsfremde Zwecke nur so wirken dürfen, dass die VerkehrsteilnehmerInnen weder in der Wahrnehmung von Umständen, die für die Verkehrssicherheit maßgebend sind, beeinträchtigt noch von diesen Umständen unzumutbar abgelenkt werden. Vor allem intermittierende und/oder bewegte lichttechnische Darstellungen lösen reflektorische Blickzuwendungen aus und bedingen folglich eine Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen. Dadurch können diese zu einer Unfallgefahr werden.

Verkehrstechnische Parameter und Grenzwerte

Bei der Beurteilung zur Zulassung von verkehrsfremden visuellen Informationsträgern müssen einige verkehrstechnische Parameter berücksichtigt werden. Dazu zählen neben der Verkehrsgeschwindigkeit und der Verkehrsstärke auch der Verkehrsablauf. Im städtischen Bereich, wo die Informationsdichte generell sehr hoch liegt, ist besonders darauf zu achten, dass Lichtwerbung nicht zur Verwechslung, Überblendung oder Verdeckung von Ampeln und Verkehrszeichen führt.

Für die Lichtemission, Reflexion und Maskierung von bzw. durch Lichtwerbung gelten RVS-Grenzwerte, die unbedingt eingehalten werden müssen. Spezielle Richtlinien gibt es zudem für bewegte Informationsinhalte. Informationsträger, die sich als Ganzes oder in Teilbereichen bewegen, müssen gewisse Kriterien in Bezug auf Bewegungsabläufe, Periodendauer von Drehbewegungen, Aufbauzeit eines neuen Bildes oder die Blinkfrequenz von Bildteilen erfüllen. Die Verwendung von Filmsequenzen, welche die Kriterien für bewegte Informationsinhalte nicht erfüllen, ist im Umfeld von Straßen verboten.

Vorschreibungen, Überprüfungen und Unterlagen

Zur Feststellung, ob eine Lichtwerbung den vorgegebenen Richtlinien entspricht, sind verschiedene Messungen wie Leuchtdichtemessung und Beleuchtungsstärkemessung durchzuführen. Für die Überprüfung von Informationsträgern müssen neben den Messprotokollen auch technische Berichte zur Anlage eingereicht werden. Dazu zählen neben der Einstufung der Anlage in selbstleuchtend, angestrahlt oder reflektiert auch ein Lageplan sowie Pläne zur Größe und Form der Anlage.

Wie in den RVS festgelegt, können auch Abschirmmaßnahmen vorgeschrieben sein: „Um ein ausreichendes Maß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten, sind gegebenenfalls spezielle Vorschreibungen vorzusehen (z.B. Abschirmmaßnahmen.)” Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bilden neben den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen auch noch die Straßenverkehrsordnung sowie die ÖNORM O1050 Straßenbeleuchtung.

Intelligente Lösungen für Lichtwerbung

Um den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen gerecht zu werden, entwickeln spezialisierte Firmen seit Jahren intelligente Lösungen für visuelle Informationsträger. Zu den wichtigsten Kriterien für hochwertige Lichtwerbung zählen dabei homogene Ausleuchtung bei optimaler Helligkeit sowie die problemlose Montage und Wartung der Anlage. Mit modernster Sensortechnologie kann bei Lichtwerbeanlagen durch automatische Anpassung der Helligkeit an die Lichtverhältnisse der Umgebung eine hohe Energieersparnis erreicht werden.

Auch die Konformität mit den Vorschriften der RVS in Bezug auf Ablenkung und Blendung von VerkehrsteilnehmerInnen kann durch den richtigen Einsatz von Sensoren und Abschirmmaßnahmen zu 100 Prozent gewährleistet werden. Neben modernen LED-Komponenten kann auch die gute alte Neonröhre ihren Platz in der Lichtwerbung behaupten. Vor allem für visuelle Informationsträger, die auf Retro-Look setzen oder wo spezielle Effekte und Gestaltungsmöglichkeiten ins Spiel kommen, hat das Neonlicht längst noch nicht ausgedient.