Dr. Peter Gausmann
Geschäftsführer der Gesellschaft für Risikoberatung und Ehrenprofessor der Donauuniversität Krems

„Im klinischen Risikomanagement geht es um das vorausschauende Identifizieren von Gefahren in Diagnostik, Therapie und Pflege und das Generieren von Präventionsmaßnahmen“, erklärt Dr. Peter Gausmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Risikoberatung und Ehrenprofessor der Donauuniversität Krems. Dabei sind die Risiken sehr vielseitig. Rund ein Viertel aller Schadensfälle im klinischen Bereich sind auf Behandlungsfehler zurückzuführen.

Ein weiteres Viertel sind Diagnosefehler, wenn dadurch Indikationsstellungen zur Behandlung bei vorliegender Symptomatik zu spät oder falsch gestellt werden. „Der Rest verteilt sich recht gleichmäßig auf den Pflegebereich, die Versorgung während einer OP und einen nicht näher zu definierenden Bereich der Hygienefehler, Medikationsfehler und Ähnliches in der Medizintechnik beinhaltet“, weiß Dr. Gausmann.

Grundprinzipien

Diesen Risiken kann nur entgegengewirkt werden, wenn das Management vier Grundregeln befolgt: Es sind Fehlerberichtssysteme zu in-stallieren, die ein Lernen aus Komplikationen ermöglichen. Regelmäßig sollten Sicherheitsaudits durchgeführt werden, bei denen man sich die eigenen Risiken vor Augen führt, aber auch den Blick auf die Probleme vergleichbarer Einrichtungen richtet.

Bereits existierende Schadensfälle müssen analysiert und Lehren daraus gezogen werden. Außerdem sollen Beschwerden von Patienten oder deren Angehörigen ernst genommen werden, denn sie sind oft Hinweise auf Risiken.

„Die Patientenbeteiligung in Bezug auf Patientensicherheit halte ich für besonders wichtig. Wir Kliniker sollten uns öfter in die Position der Patienten hineinversetzen und ihre Erwartungen berücksichtigen“, sagt Studiengangsleiter Dr. Gausmann.