Keiner ist perfekt – dennoch ist es für Menschen mit Behinderung besonders schwer, eine Anstellung zu finden. Dabei ist das ihr gutes Recht: Die UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2008 auch in Österreich gilt, sichert Menschen mit Handicap den gleichen Anspruch auf Arbeit zu und verlangt für diese Personen den uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.

In Österreich sind deshalb alle Arbeitgeber, die über 25 Mitarbeiter beschäftigen, verpflichtet, je 25 Arbeitnehmer einen beeinträchtigten Menschen zu beschäftigen. Aber grau ist alle Theorie: Ist das nicht der Fall, muss man eine monatliche Ausgleichszahlung leisten.

Es ist anzunehmen, dass zahlreiche Unternehmer diese Option wählen, weil sie irrtümlich meinen, dass so ein Mitarbeiter mehr als die Gebühr koste, da er seinen Job nicht vernünftig erledigen könne. Dabei können Menschen mit einem Handicap im Beruf sehr wohl produktiv und effizient sein.

Neue Perspektiven

Ohnehin lässt einen der Staat nicht allein, wenn man sich entscheidet, jemanden mit einer Behinderung einzustellen: Förderprogramme stehen bereit, des weiteren beschäftigt eine Reihe von Organisationen sich damit, beeinträchtigte Personen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Sie unterstützen Unternehmen, die offen sind, behinderte Menschen zu beschäftigen. Schließlich holt man diese Menschen so aus ihrer Isolation. So förderlich spezielle Werkbetriebe für Menschen mit Handicap auch sind, belassen sie diese Personen doch unter sich und sind nicht für jeden das Richtige.

Mit einer solchen Anstellung gibt man aber dem Miteinander im Betrieb und darüber hinaus Impulse: Menschen mit Behinderung betrachten die Dinge manchmal etwas anders und ermöglichen den Einblick in neue Perspektiven.

Das deutsche Software-Unternehmen SAP etwa beschäftigt inzwischen weltweit 70 Autisten, weil diese Menschen ihre Defizite mit hoher Konzentrationsfähigkeit und ausgeprägten Analysefähigkeiten wettmachen. Durch Inklusion können also aus vermeintlichen Schwächen Stärken entstehen.