Mag. Oliver Kitz
ehemaliger Präsident des Österreich-Chapters der SITE (Society of Incentive and Travel Executives)

Herr Mag. Kitz, was versteht man konkret unter einem Incentive?

Ein klassisches Incentive ist ein Mitarbeiterwettbewerb und somit ein Motivationsinstrument. Das Wort hat seinen Ursprung im Lateinischen und bedeutet dort „entflammen“ oder „entfachen“. Demnach möchte man mit diesem Management-Tool den Eifer der Mitarbeiter für ein bestimmtes Unternehmensziel entfachen. Die meisten Firmen setzen ein Incentive im Verkauf ein, wo es am meisten Erfolg verspricht.

 

Hat sich die Bedeutung des Begriffs in den letzten Jahren verändert?

Die alten Themen sind auch die neuen. Egal ob man in der Krise den Verkauf pushen möchte oder es edukativ in Marken- und Imagebildung einsetzt, ein Incentive lässt sich vielfältig und strategisch gezielt durchführen. Als größtes Problem sehe ich dabei, dass es in vielen Unternehmen ohne klare Zielsetzung durchgeführt wird. Die Grundaussage und Bedeutung eines Incentives ist, dass man sich den Gewinn, der am Ende dieses Wettbewerbs steht, erst verdienen muss. Die Bedingungen dafür sollten klar kommuniziert und eindeutig festgelegt werden. Besonders wichtig ist eine stimmige, durchgehende Story mit Slogan, Logo und rotem Faden. Dieser können die Mitarbeiter mit mehr Freude und Verständnis folgen.

 

Welche Aspekte erachten Sie noch als wichtig bei der Planung und Durchführung eines Incentives?

Steht die Story und das Drumherum erst mal fest, geht es weiter in Richtung Kommunikation. Die ist bei den Incentives total wichtig. Man will ja die Vorfreude auf den Gewinn gewissermaßen verkaufen und so die Mitarbeiter noch mehr motivieren. Und nein, das kostet nicht zu viel Geld! Denn ein richtig gemachtes Incentive bringt mehr Geld, als es kostet. Das Mehr an Gewinn, das dadurch erzielt wird, finanziert ein Incentive mit. Dadurch entsteht eine Win-Win Situation für das Unternehmen genauso wie für die Mitarbeiter.

 

Die Möglichkeit, ein Incentive zu veranstalten, besteht für kleine genauso wie für große Unternehmen?

Natürlich! Am Ende des Tages entscheidet da wie dort der Rechenstift. Wenn ein kleines Unternehmen durch kluge Planung deutlich mehr verdienen kann, wird auch ein Gewinn übrig bleiben.

 

Sind Reisen als Motivation zielführend?

Man hat schon vor Jahrzehnten her-ausgefunden, dass Geldprämien meist sehr schnell wieder weg sind. Man bezahlt Rechnungen und bald bleibt nichts mehr übrig. Früher waren auch Gadgets wie DVD-Player, Farbfernseher, etc. gefragt. In Zeiten, in denen wir alles haben, werden andere Sachen wichtig. Der emotionalste Gewinn eines Incentives wird immer eine maßgeschneiderte, motivierende, teambildende Reise sein. Im Idealfall zusammen mit den Vorgesetzten. Von einer solchen Reise kehren alle motiviert, erholt und gestärkt für weitere Aufgaben zurück. Geld ist schnell verpufft. Die Emotion eines tollen, gemeinsamen Erlebnisses ist viel stärker und nachhaltiger.

 

Wo sehen Sie die Zukunft der Incentives?

Das Thema Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung kommt ganz stark und wird in Zukunft sicher noch viel wichtiger werden. Die Reise als Ziel des Incentives geht weg von Fotosafaris und großer Gaudi, hin zu sinnstiftenden Reisen, um etwas Gutes zu tun. Soziale Verantwortung rückt immer stärker in den Fokus.