Lassen sich Veranstaltungen überhaupt sinnvoll innovieren?

Höchste Zeit! Schon die Wertschätzung von, und der richtige Umgang mit, den Bedürfnissen der Teilnehmer wäre bei vielen Events eine dringend nötige Innovation.

Im Unterschied zu Produktinnovationen ist der Erfolg mehr oder weniger öffentlicher Ereignisse nicht allein am wirtschaftlichen bzw. monetären Ergebnis zu messen. Gibt es doch eine Vielzahl von Events, bei denen nicht die Gäste, sondern die Veranstalter alles bezahlen. Insbesondere, wenn es sich um PR- bzw. Promotion-Events handelt, die sich als strategische Kommunikationsmaßnahmen nicht  unmittelbar refinanzieren müssen.

Erwartungen bestimmen Planung und Gestaltung

Der Umstand, dass sich ein Event nicht am „Markt“ behaupten muss, verleitet den Veranstalter sowie deren planende und organisierende Partner leicht zu banalen „Inszenierungen“, für die kaum ein Besucher freiwillig bezahlen würde. Als „Zwangsbeglückung“ wird das Gebotene dennoch in Kauf genommen – eher widerwillig oder gefälligkeitshalber und mit dem Nebennutzen der Networking-Plattform, weil man am Rande des Events wenigstens Kontakte pflegen oder knüpfen kann.

Zweifellos können auch Gratis-Events höchst effizient sein ...

... vorausgesetzt, sie sind konzipiert und designt wie Veranstaltungen, die sich durch verkaufte Tickets finanzieren müssen. Das heißt: Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden bzw. des Publikums bestimmen von Beginn an Planung und Gestaltung des Ereignisses. Hier können auch Methoden des Innovationsmanagements  nutzbringend angewandt werden.

„Wer Events innovieren will, muss frühzeitig die Abzweigungen von geistigen Einbahnstraßen erkennen.“

Beispielhaft sei hier die Methode „Imaginäres Brainstorming“ erwähnt, die hilft Ideenfixationen zu lösen. Nicht die neuesten LED-Effekte, hochkomplexe Computeranimationen und Beamer-Batterien machen ein Event „innovativ“, sondern u.a. auch die intelligente Einbeziehung potenzieller Teilnehmer in die Konzeption sowie laterales Denken bei der Auswahl von Locations und Show-Acts.

Unter dem Motto „Broadcasting of Problems instead of Solution Seeking“ lassen sich mit wenig Aufwand und hohem „Ertrag“ Verbesserungsvorschläge, Wünsche und Ideen von Event-Besuchern bzw. erfahrenen Event-Opfern sammeln und auswerten.

Ressourcendenken bei Events

Bei Themen-Veranstaltungen wie z.B. Fachtagungen ist auch das so genannte Crowd Funding ein möglicher Ansatz zur Projektentwicklung. Interessenten und potenzielle Besucher haben Gelegenheit, sich finanziell und inhaltlich an Events zu beteiligen. Als Benefits gibt es Optionen auf Gratis-Tickets, Ermäßigungen oder Eigenpräsentationen.

Social Networks dienen als Plattformen für solche offenen Prozesse und liefern jede Menge origineller Abzweigungen von geistigen Einbahnstraßen. Viele Chancen werden schon bei der Wahl des geeigneten Schauplatzes für ein Event vergeben. Natürlich bedarf es ab einer gewissen Teilnehmerzahl einer umfassenden Infrastruktur von den Parkplätzen über Sanitäreinrichtungen bis zur Sicherheit – aber bis rund 100 Teilnehmer lassen sich Veranstaltungen auch an ganz und gar nicht eventtypischen Orten spannend inszenieren.

Leer stehende Stallgebäude, Lagerhallen, Garagen, aber auch Säle in traditionellen Bildungs- und Kultureinrichtungen können– insbesondere in der warmen Jahreszeit – mit wenig technischem Aufwand in Erlebniswelten verwandelt werden.

Dies nennt sich im Innovationsmanagement „Ressourcendenken“. Verwende Ressourcen, an die vor Dir noch keiner gedacht hat, die vor dir liegen und die nicht zu 100% genutzt sind.

DER Erfolgsfaktor von Events

Dieser ist auch bei der Entwicklung von Events aber die starke Vision. Das klare Bild vom Ziel der Veranstaltung. „Meine Veranstaltung muss die Welt verändern“ sollte das Motto sein. Hier entsteht die Kraft der Motivation für – zu Beginn oft ehrenamtliche – Mitarbeiter, für Sponsoren und Förderer und letztlich auch für die Early Adapters unter den Besuchern. In der vorliegenden Ausgabe werden traditionsreiche, sowie spannende neue Ideen rund um die Event-Branche präsentiert.