Weshalb haben sie sich entschlossen, digitale Anzeigetafeln einzuführen?
Eigentlich mussten wir darüber gar nicht lange nachdenken. Das ist doch gar keine große Veränderung, sondern einfach die angebrachte Form der Präsentation von Gemeindeinformationen und Werbeanzeigen im Jahr 2015. Früher haben wir ein Transparent über die Straße gespannt, jetzt sitzt man irgendwo mit seinem Laptop und spielt die Präsentationen digital ein. Die Stadtgemeinde und der Tourismusverband haben gemeinsam in diese Technologie investiert, weil wir der Meinung sind, dass wir Bischofshofen so zeitgemäß präsentieren.

Sie hatten also keine Bedenken?
Früher war die Einführung dieser LED-Wände durchaus noch mit Problemen behaftet: Das war eine  teure Technik mit einer aufwändigen Installation, für die häufig sogar Techniker aus dem Ausland anreisen mussten. Aber das ist gute zehn Jahre her und heute gar kein Thema mehr. Wir hatten bislang überhaupt keine technischen Schwierigkeiten – weder bei der Installation, noch beim Betrieb. Das ist ein sehr ausgereiftes System und wir sind damit sehr zufrieden.

Wie wird die Technik bisher angenommen?
Natürlich wird alles, was neu installiert wird, von der Bevölkerung zu Beginn mit Argusaugen beobachtet. Allerdings gibt es bislang nur positive Rückmeldungen – von den Einwohnern, aus der Wirtschaft und vom Vereinswesen. Auch in den Nachbargemeinden sieht man inzwischen schon die ein oder andere Tafel. Wir sehen uns daher mit dieser digitalen Präsentation als Vorreiter in der Region.

Sieht Bischofshofen jetzt eigentlich anders aus?
Da hat sich überhaupt nichts verändert. Wir wollen doch nicht unser schönes Ortsbild zerstören. Entsprechend wurden die Tafeln auch positioniert – nämlich am Ortseingang. Früher standen dort die Willkommensschilder. Weitere Panels wurden zudem dort platziert, wo wir die größte Frequenz von Verkehrsteilnehmern, Einheimischen und Gästen haben. Aber eine drei bis vier Meter große Leuchttafel im Ort aufzustellen, wäre keine so gute Lösung. Damit hätten wir auch die Bevölkerung gleich sehr verärgert, wenn mitten in der Nacht alles blinkt und erhellt ist. Diese Technik soll der Information dienen und nicht der Ortsbildgestaltung.

Und welche Inhalte sind auf den Tafeln zu sehen?
Wir informieren über das tägliche Angebot in Bischofshofen und Umgebung in den Bereichen Freizeit, Sport, Kultur und verweisen auf die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Zudem liefern wir allgemeine Informationen wie Nachrichten oder Wetterdaten. Die Gemeinde präsentiert Veranstaltungshinweise und Wissenswertes für die ganze Bevölkerung. Es ist ein gesunder Mix von Informationen der Kommune, des Tourismusverbandes und des Vereinswesens. Zusätzlich präsentieren sich auch verschiedene Firmen in Form von Werbebotschaften. Das wird auch stark angenommen. Schließlich ist eine solche Präsentation wesentlich günstiger als eine lokale Werbekampagne über andere Medien.

Haben diese Werbeeinschaltungen die Investition schon refinanziert?
In diesem kurzen Zeitraum ist es noch nicht möglich, die Investition wieder auszugleichen. Wir schaffen es aber schon, die laufenden Kosten wie für Strom oder den zuständigen Mitarbeiter damit zu finanzieren. Die Einnahmen sind aber abgesehen von der Refinanzierung für uns zweitrangig. Das ist eine Investition, um die Vereine zu unterstützen, kommunale Belange zu präsentieren und unserer Wirtschaft zu helfen.

Sind noch weitere Investitionen in dieser Hinsicht geplant?
Wir haben noch ein, zwei Standorte im Blick, für die wir aber noch die Finanzierung aufbringen müssen. Wir werden auch beobachten, welche neuen technischen Innovationen noch auf den Markt kommen werden. Aber einen Rückschritt zum Plakatzettel machen wir sicher nicht mehr.