„Die Veränderungen in der Arbeitswelt müssen auch zu Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen.“

Fakt ist: Die sogenannte „vierte technische Revolution“ wird nach heutigem Stand erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben. Der digitale Wandel muss aus AK-Sicht so gestaltet werden, dass von den Veränderungen nicht nur einige wenige profitieren, sondern möglichst alle.

Aktiv gestalten

Jede Menge Forschungs- und Gesprächsbedarf besteht vor allem über die Veränderungen von Arbeitsorganisation, die Entstehung neuer Arbeitsformen sowie die Beschäftigungseffekte neuer Technologien und daraus resultierend die Sicherung der Sozialsysteme: „Wir dürfen nicht abwarten, bis die neuen großen Player sich die Regeln so zu Recht biegen, wie es ihnen passt. Wir müssen den digitalen Wandel im Interesse der arbeitenden Menschen aktiv gestalten“, so AK Präsident Rudi Kaske. 

Wie im wilden Westen

Entgegentreten will die AK dem Trend, dass einige der neuen und scheinbar innovativen Geschäftsmodelle vor allem darauf beruhen, Arbeits- und Sozialstandards zu umgehen und daraus Profit zu schlagen. „Wie im wilden Westen wird in der virtuellen Welt ausprobiert was geht“, sagt Kaske. Doch das ist weder gerecht gegenüber den Beschäftigten, noch gegenüber der restlichen Wirtschaft, die sich auch an bestehende Regeln hält.

Die AK treibt deshalb die Suche nach Antworten voran – auf nationaler und auch auf europäischer Ebene. Ein erster Schritt wurde bereits gesetzt: gemeinsam mit dem ÖGB und Gewerkschaften aus Deutschland und Schweden hat die AK eine Informations- und Vernetzungs-Initiative für Plattform-ArbeiterInnen (Crowdworker) ins Leben gerufen: www.faircrowd.work

Der Digitale Wandel kann keine Ausrede sein, um Standards in der Arbeitswelt zu reduzieren.  „Menschen werden auch in Zukunft Arbeit brauchen, von der sie leben können. Sie werden auf Urlaub fahren, Familien gründen und im Krankheitsfall versichert sein wollen – egal ob sie ihre Arbeit im „digitalen Raum“ oder bei einem traditionellen Arbeitgeber verrichten. 

Die Einhaltung von Arbeitsrechten, fairer Entlohnung und sonstiger gesetzlicher Rahmenbedingungen kann nicht davon abhängen, in welcher technischen Organisationsform eine Leistung erbracht wird“, stellt Kaske klar.

Bildung und Weiterbildung

Abgesehen vom „digitalen Update“ der Kindergärten, Schulen und Hochschulen, braucht es aus Sicht der AK auch für Berufstätige neue Angebote, weil sich Berufsbilder und Arbeitsstrukturen in rasantem Tempo ändern. „Für die Beschäftigten brauchen wir die Möglichkeit zur laufenden Weiterbildung, in manchen Fällen auch die Möglichkeit zu einem beruflichen Neustart.

Jede und Jeder soll die Möglichkeit haben, eine Weiterbildungs- oder Bildungsauszeit zu nehmen, um sich für neue Herausforderungen fit zu machen“, fordert Rudi Kaske. Die AK hat deshalb ein neues Qualifizierungsgeld vorgeschlagen, mit dem alle Menschen im Erwerbsalter die Chance auf ein „Update“ bekommen sollen.

Handlungsbedarf

Es ist an der Zeit, für das nötige Rüstzeug zu sorgen, damit die arbeitenden Menschen für die neue Arbeitswelt gewappnet sind und ihre Rechte und Ansprüche durchsetzen können. „Vom Digitalen Wandel darf nicht nur eine kleine neue Elite profitieren, sondern die Gesellschaft als Ganzes. Gerechtigkeit muss sein, gerade in Zeiten von Arbeit 4.0.“, so Kaske.