Die Logistik ist auf solidem Wachstumskurs – so beschreiben die BVL Deutschland und das ifo-Institut im Logistikindikator das Geschäftsklima des Wirtschaftsbereichs Logistik für das dritte Quartal 2017.

Jobmotor Logistik

Die Indikatoren – Wirtschaftsklima, Wirtschaftslage und Geschäftserwartungen – weisen in allen Bereichen die höchsten Werte seit sechs Jahren aus. Ein Ergebnis, das sich durchaus auf Österreich umlegen lässt. Allerdings zeichnet sich nicht zuletzt durch die erfreuliche Konjunktur- und Auftragslage bereits ein Fachkräftemangel ab, der das unternehmerische Wachstum hemmen kann.

Dabei bieten die vielfältigen Berufsfelder in der Logistik Top-Karrierechancen. Industrie- und Logistikunternehmen suchen Alternativen, die von Recruiting-Maßnahmen im Ausland über eine verstärkte Lehrlingsausbildung bis hin zur Weiterbildung und Qualifizierung von MitarbeiterInnen führt. Hier gewinnt auch die duale Ausbildung an Bedeutung, die eine praxisorientierte Ausbildung mit fundiertem, fachspezifischem Wissen verknüpft.

Logistik ist ein Kernprozess und bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein. Als Querschnittsfunktion ist sie eine Königsdisziplin und ein Hebel für sämtliche Wirtschaftsbereiche und Branchen. Der Logistiksektor hat einen hohen Anteil an Wachstum und Dynamik, und dass trotz volatiler Märkte, steigenden Kundenerwartungen und enormen Kostendruck durch globalen Wettbewerb.

Zudem fordert die Digitalisierung hohe Flexibilität, neue Kompetenzen und Qualifikationen sowie Veränderungsbereitschaft. Aber auch die Politik ist gefragt – sei es bei der Flexibilisierung der Arbeitszeiten, bei der Entrümpelung der Bürokratie, bei Breitbandausbau und nachhaltigen Investitionen in Infrastrukturen oder Rechtssicherheit und Innovationsschutz.

Industrie 4.0 verändert Arbeitswelten

Der digitale Wandel sorgt für gesellschaftliche wie auch wirtschaftliche Veränderungen, die uns alle betreffen. Die digitale Transformation ist in vollem Gang. Sie birgt Herausforderungen, aber auch wettbewerbsentscheide Chancen für Unternehmen.

Die Befürchtung, dass der technologische Umbruch für menschenleere Fabriken sorgen wird, steht im Raum. Arbeitsanforderungen und -umgebung ändern sich auch im Hinblick auf den demographischen Wandel und älter werdende ArbeitnehmerInnen. Durch die Digitalisierung werden aber auch neue Jobs geschaffen.

Eine hohe Automatisierung, intelligent vernetzte Systeme, digitale Lern- und Assistenzsysteme und Robotik werden in Zukunft verstärkt zum Einsatz kommen, die Arbeitsprozesse unterstützen, ermüdende, monotone wie auch schwere Arbeiten übernehmen und damit den Menschen entlasten. Mit dem Begriff „Smart Working“ lässt sich die Zusammenarbeit und Interaktion von Mensch und Maschine definieren.

Für Industrie und Logistik bleibt der Mensch im Mittelpunkt. Er trägt mit seiner Qualifikation und mit seinem Know-how zum Unternehmenserfolg bei. Allerdings werden sich Jobprofile wandeln. Lebenslanges Lernen ist im Zeitalter der Digitalisierung ein zentrales Element. Aus- und Weiterbildung stellen jedoch Unternehmen, unser Bildungssystem und uns selbst vor Herausforderungen.

Erfreulich ist es, dass an berufsbildenden Schulen bereits entsprechende Ausbildungszweige angeboten werden. Breite technische Grundkenntnisse sind essenziell, um die beruflichen Anforderungen im globalen Umfeld von Industrie und Logistik abzudecken.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Österreich nimmt – nach einem Absturz 2014 auf Rang 22 – nun mit dem 7. Platz wieder eine Top-Ten-Position in der Weltrangliste des Logistik-Performance-Index (LPI) der Weltbank ein. Der Index vergleicht im Zweijahresrhythmus Logistikstandorte, Qualität und die Performance von Logistikdienstleistern in 160 Ländern. Die Punktebewertung bezieht nationale und internationale Faktoren mit ein und erfolgt in sechs Kategorien.

Der LPI ist aber auch ein wichtiger Indikator für die Ansiedlung von internationalen Unternehmen und damit von besonderer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich. Damit sind auch alle Stakeholder in der Logistik gefordert, die Attraktivität des heimischen Wirtschaftsraums und des Infrastrukturausbaus voranzutreiben.