Heute fällt der Verbraucher seine Kaufentscheidung für oder wider ein Produkt auch wegen dessen Verpackung. Er stellt mit – ihm gesetzlich zugestandenem – Verbraucherrecht Ansprüche an die Verpackung: Sicher, tragbar, praktisch, ökologisch, informativ, preiswert, wiederverwertbar (recycelbar) soll sie sein.

Aufgaben der Verpackung

Ähnlich sieht das der Hersteller, wobei der noch mehr von der Verpackung fordert:

  • Schutzfunktion

Einerseits muss die Ware vor Einflüssen der Umwelt geschützt werden, um ihren (Gebrauchs-)Wert zu erhalten. Die Verpackung soll Stöße und andere mechanische Einflüsse, die beim Transportieren, Umschlagen und Lagern auftreten, abfedern und vom Produkt fernhalten. Klimatische Einflüsse wie Temperatur, Feuchtigkeit und UV-Strahlung erfordern je nach Produkt mitunter komplex schützende Verpackungen. Zudem soll die Verpackung vor Verlust, Beschädigung und Diebstahl schützen. Andererseits muss die Verpackung so gestaltet sein, dass weder vom Produkt noch von ihr Gefahr für die Umwelt ausgeht.

  • Transport- und Lagerfunktion

Für die Effizienz des Gütertransports ist die passende Verpackung der Ware unerlässlich. Sie muss sich leicht und sicher aufnehmen, heben, absetzen und verstauen lassen. Auf dem Weg zum Verbraucher müssen Konsumgüter zudem häufig gelagert werden. Auch das muss die Verpackung gewährleisten.

  • Marketingfunktion

Im Regal, ganz gleich, ob im Laden um die Ecke oder im Onlinehandel, hat die Verpackung die Aufgabe, den Verkauf zu starten oder zu fördern. Die Verpackung ist heute längst Werbeträger, wobei sie es schaffen soll, das Alleinstellungsmerkmal des Produkts zu kommunizieren (USP).

  • Dienstleistungs- und Garantiefunktion

Entscheidend für den Kauf ist neben dem Werbeversprechen an den Verbraucher auch die Unversehrtheit der Verpackung, mit der Marke, Verbraucherschutz und Produkthaftung garantiert werden. Die Herstellerangaben auf der Verpackung sollen die Ware (Zusammensetzung, Zutaten) sowie den optimalen Umgang damit (Haltbarkeit, Gebrauchsanleitung) beschreiben. Nicht fehlen sollte der Hinweis, was nach Gebrauch mit der Verpackung zu tun ist.

Perfekte Verpackung - ein Spagat für Hersteller

Die Funktionen der Verpackung sind vielfältig. Für Hersteller bedeutet das Finden der optimalen Verpackung ein Abwägen von Preis und Leistung. Nicht jedem gelingt der Spagat. Erschwerend kommt heute die wachsende Skepsis des umweltbewussten Verbrauchers hinzu, der die Verpackung häufig per se als lästig (v)erkennt und fürchtet, dass ihre Kosten den Preis des Produkts in die Höhe treiben. Hersteller von Verpackungen und Verpacker haben es da gleichermaßen schwer, die Unerlässlichkeit der Verpackung zu kommunizieren. Bewährt hat sich auch hier Transparenz. Weiß der Verbraucher, warum die Verpackung diese Leistungen erbringt und hat er den Kostenüberblick, kann er mündig kaufen.

Klimaneutral verpacken

Nach Gebrauch landen die Verpackungen großteils im Müll, auch hierzulande. Zwar trennte man 2012 in Österreich 1.253.574 Tonnen Verpackungsabfälle, doch noch immer wird ein Vielfaches dessen mit dem Müll entsorgt. Die Verwertungsrate von Verpackungsabfällen lag laut dem statistischen Amt der EU Eurostat im selben Jahr bei hohen 94 Prozent.

Doch was nützt die meisterhafte Abfalltrennung und -verwertung der Österreicher, wenn der Abfallhaufen dennoch stetig wächst? Leider auch der Anteil an Kunststoffverpackungen. Einziger Ausweg: Konsequente Abfallvermeidung als Teil einer nachhaltigen und gesamtgesellschaftlichen Strategie. Und dort, wo sie nötig sind, müssen Verpackungen vor allem eins sein: klimaneutral.

Das heißt, sie dürfen bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung keine klimaschädigenden Gase wie das Treibhausgas CO2 emittieren. Andernfalls muss deren Emission an anderer Stelle im Produktkreislauf kompensiert werden. Das kostet seinen Preis, den alle tragen müssen: Hersteller wie Verbraucher. Der Weg von der Wegwerfgesellschaft in eine echte Verwertungsgesellschaft kann schließlich nur ein gemeinsamer sein.

Viele Hersteller haben sich bereits aufgemacht, klimaneutral zu verpacken. Sie nutzen recyceltes Papier und verzichten auf problematische Verbundverpackungen mit Kunststoff aus fossilem Erdöl. Sie stecken Gelder in die Erforschung neuer Materialien. Bioplastik beispielsweise. Aus Stärke, Polymilchsäure oder Polyhydroxybuttersäure. Solche Biokunststoffe sind biologisch abbaubar, also kompostierbar – eine gute Nachricht für Österreich, das Kompostiermeister Europas ist.