Mag. Nikolai Neumayer
Koordinator der Lehre im Zentrum für Kognition, Information & Management, Lehrgangsleiter Donau- Universität Krems

Was versteht man allgemein unter dem Begriff Prozessmanagement und Prozessoptimierung?

Unter Prozessmanagement im Allgemeinen versteht man das Orchestrieren der Prozesse eines Unternehmens. Im Idealfall trägt es dazu bei, Schwachstellen aufzuzeigen, Potenziale zu erkennen und für optimale Abläufe zu sorgen. Prozessoptimierung im Besonderen soll dafür sorgen, die Performance dieser Abläufe über längere Sicht zu steigern und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern.

 

Wie bedeutend ist es für ein Unternehmen, sich mit dem Thema Prozessmanagement zu beschäftigen?

Es bringt in jedem Fall Veränderung mit sich und muss letztlich auch so weit gehen, dass Abteilungsgrenzen „niedergerissen“ werden. Nur so kann das Zusammenspiel aller Ressourcen in den abteilungsübergreifenden Abläufen optimiert werden.

„Je größer das Unternehmen, desto größer und komplexer natürlich das Prozessmanagement.”

Andernfalls bleibt die Performance an den Schnittstellen zwangsläufig auf der Strecke. Man sollte auch bedenken, dass der primäre Wettbewerbsvorteil heutzutage nicht automatisch über das bessere Produkt zu erzielen ist. Immer öfter spielen Effizienz und Effektivität unternehmensinterner wie auch unternehmensübergreifender Prozesse eine zentrale Rolle.

Der sparsame Einsatz von Ressourcen, die Qualität und auch die Geschwindigkeit der gesamten Abwicklung entscheiden über den nachhaltigen Erfolg.

 

Kommt Prozessmanagement für Unternehmen jeglicher Größe in Frage?

Man kann im Grunde nichts falsch machen, solange man nicht mit „Kanonen auf Spatzen“ schießt. Prozessmanagement wird daher abhängig von der Unternehmensgröße unterschiedlich aussehen. Beim kleinen Unternehmen kann es sich auf das Entwickeln eines Bewusstseins für bestimmte Abläufe beschränken.

Da geht es meist um das zielorientierte Einsetzen von Ressourcen, um so erfolgreich wie möglich zu sein. Im Gegensatz zu großen Unternehmen rechnen sich eigene Prozessmanager hier natürlich nicht. Die Frage ist immer, wieviel Investition in ein Prozessmanagement- System sich mittel- oder langfristig rentiert. Je größer das Unternehmen, desto größer und komplexer natürlich das Prozessmanagement. Das Wirtschaftlichkeitsprinzip sollte aber stets gewahrt bleiben.