„One man’s trash, another man’s treasure“ – zu Deutsch: Des einen Müll, des andren Schatz. Das gilt nicht nur für Flohmärke, sondern buchstäblich für die gesamte Abfallwirtschaft, die mit ihren 31.000 Angestellten jährlich rund 5 Milliarden Euro umsetzt. Basis dafür sind die jährlich rund 54 Millionen Tonnen Abfall – Tendenz steigend.

Den größten Anteil daran haben Aushubmaterialien, die Bauwirtschaft und Holzabfälle. Doch auch Gewerbe und Industrie tragen ihren Teil dazu bei. So stammen mehr als die Hälfte der 1,6 Millionen Tonnen Metallabfälle und knapp die Hälfte der 1,8 Millionen Tonnen Papier- und Pappabfälle aus diesem Wirtschaftszweig. Diese beiden Gruppen machen auch jeweils knapp zwei Fünftel der dort anfallenden Abfallmenge von 2,5 Millionen Tonnen aus. Doch was soll mit dem Müll passieren? Gerade für kleine Unternehmen ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten.

Verwertung im Betrieb oder Abtransport?

Häufig werden die entstehenden Abfälle bereits innerbetrieblich weiter verwertet, das heißt, entweder aufbereitet und weiterverarbeitet oder zur Wärmeerzeugung herangezogen. Da aber kleine Betriebe oft nicht über die Infrastruktur für die Verwertung von Abfallstoffen verfügen und manche Abfälle auch oft nicht weiter verwertet werden können, treten diese Stoffe den Weg zu einer der 2.200 Beseitigungs- oder Verwertungsanlagen an.

In der Regel funktioniert das wie folgt: Der Entsorger stellt den Container und den LKW, der den Container liefert und den vollen gegen einen leeren tauscht, zur Verfügung. Nach der Abholung wird das Material aus dem Container grob sortiert, verpresst, zu einem Verwerter verfrachtet und an diesen zu Marktpreisen verkauft. Den Erlösen durch die Verwertung stehen Kosten für Erfassung, Transport und Behandlung gegenüber.

Bring- oder Holsysteme?

Je nachdem wie die Kosten und Erlöse auf Enstorgungssystem und Gewerbebetrieb verteilt werden, unterscheidet man zwischen Bring- und Holsystemen. Bei ersterem beauftragt der Gewerbebetrieb selbst ein Entsorgungsunternehmen für die Einbringung des Abfalls in ein Entsorgungssystem. Er kommt selbst für Containermiete, Transport und Aufbereitung auf, erhält dafür aber auch einen Anteil an den Verwertungserlösen. Holsysteme gehen dagegen einen anderen Weg: Der Gewerbebetrieb kommt lediglich für die Containermiete auf, die Verwertungserlöse bleiben aber beim Holsystem, das auch das Entsorgungsunternehmen mit der Abholung und Aufbereitung beauftragt und die dadurch anfallenden Kosten übernimmt.

Während die finanziellen Unterschiede bei beiden Systemen eher gering sind, bietet ein Holsystem einen geringeren Organisationsaufwand und eine höhere Kostenstabilität für Gewerbebetriebe. Die Containermiete bleibt über Jahre hinweg stabil, die variablen Kosten, wie etwa Spritkosten oder Straßennutzungsgebühren, trägt das Holsystem. Schwankungen bei Transportkosten und bei Verwertungserlösen wirken sich daher nie zu Lasten des Gewerbebetriebs aus.

Zu wenig Müll für den Container

Entscheidend für eine effiziente Verwertung des Abfalls ist dessen sortenreine Sortierung. Gerade aber bei kleinen Unternehmen, Landwirtschaftsbetrieben oder auch Baustellen lohnt es oft nicht für jede Abfallsorte einen Container aufzustellen, schließlich fassen diese 40m³.

An Baustellen entsteht beispielsweise folgendes Spektrum an recyclingfähigen Abfallstoffen: Papier, Metall, Holz und diverse Kunststoffe. Die „PackSackSammlung“, ein Holsystem für Kleinmengen, verwendet daher anstatt Containern, Plastiksäcke, die in etwa 30 kg fassen. So lassen sich auch kleinere Mengen sortenrein sammeln. Sind mindestens fünf Säcke voll, kann einmal im Monat eine kostenfreie Abholung veranlasst werden. Die Säcke werden ebenfalls kostenlos bereits beim Kauf oder der Anlieferung der Produkte von Baustoffhändlern und anderen Herstellern angeboten.

Im Vorjahr fanden knapp 52.000 der 63.000 ausgegebenen Säcke den Weg zurück. So konnten 1.500 Tonnen sortenrein gesammeltes Verpackungsmaterial stofflich verwertet und recycelt werden. Alle Zahlen stammen aus dem Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2011 .