Durch gezielte Aus- und Weiterbildungen können EinkäuferInnen nicht nur ihr eigenes Wissen vertiefen, sondern tragen durch ihr Verständnis von der optimalen Ausgestaltung von Material-, Informations- und Werteflüssen in Abnehmer-Lieferanten- Beziehungen auch wesentlich zu einem professionalisierten Einkaufsmanagement im Unternehmen bei.

Einkaufsmanagement ist mehr als Bestellen

Einkaufen klingt einfach. Ein gewisser Bedarf muss zeitgerecht zu einem möglichst günstigen Preis und hoher Qualität gedeckt werden. Doch gerade betriebliches Einkaufsmanagement ist weit mehr als nur einfaches Bestellen. Beschaffungsprozesse unterliegen dem weltweiten Trend einer zunehmenden Dynamik und Komplexität. Außerdem lassen rasante informationstechnologische Entwicklungen sowie stetiger Kostendruck die Anforderungen an Einkäufer zunehmend anspruchsvoller werden.

Da die österreichische Industrie im Schnitt rund 50 Prozent des Umsatzes wieder für den Ankauf diverser Komponenten zur Fertigung der Endprodukte verwendet, braucht es gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal im Einkauf. Lehrgänge im Einkaufsmanagement bieten daher Professionalisierungschancen an, um Einkäufer zu Experten ihres Faches aus- und weiterzubilden.

Einkauf als zentrale Schnittstelle

Postgraduale Master-Lehrgänge im Bereich Einkaufsmanagement reagieren vor allem auf die Forderungen von Unternehmen und geben Praktikern aus dem Einkauf einen inhaltlichen und methodischen Feinschliff. Trotz langjähriger Erfahrung fehlen EinkäuferInnen oft die grundlegenden Methoden, Modelle und Theorien, um ihre Arbeit im Gesamtkonzept eines Unternehmens zu verstehen. Solche blinde Flecken können in Weiterbildungsprogrammen bewusst beseitigt werden. Gerade der Einkauf kann in einer ganzheitlich-unternehmerischen Perspektive so zu einer zentralen Schnittstelle werden.

Auch in der Aus- und Weiterbildung empfiehlt es sich, ein möglichst breites Bild zu erhalten – nicht zuletzt um Missverständnisse zwischen dem Einkauf und anderen Unternehmensbereichen zu vermeiden. Die Schnittstellenfunktion fördert nicht nur die interne Positionierung des Einkäufers, sondern sorgt auch für ein besseres Verständnis, welche Entscheidungsoptionen zu welchen Ergebnissen führen.

Praxisnah und wissenschaftlich fundiert

Um im breiten Angebot an Bildungsinitiativen und Lehrgängen die richtige Wahl zu finden, empfiehlt es sich, einen Blick auf Lehrveranstaltungsangebot, Leistungsüberprüfung und Qualitätssicherung zu werfen. Das ausschlaggebende Kriterium sollte dabei die klare inhaltliche Ausrichtung auf das Einkaufsmanagement sein. Weiters sollte ein besonderes Augenmerk auf die Praxisnähe und die wissenschaftliche Fundierung gerichtet werden.

Anwendungsorientierte Lernkonzepte bereichern überdies nicht nur die TeilnehmerInnen, sondern auch die Unternehmen.

Berufsbegleitende postgraduale Lehrgänge, die ihr Angebot an die Bedürfnisse von Vollzeitberufstätigen anpassen, sind besonders gefragt.

Auch das Lehrpersonal sollte im Idealfall sowohl aus Hochschul- als auch aus Praxisexperten bestehen. Darüber hinaus können Lehrende in kleinen Gruppen besonders intensiv auf die einzelnen TeilnehmerInnen eingehen.

Bei berufsbegleitenden Lehrgängen ist der Background der Teilnehmer ein zusätzlicher Benefit. So kann ein branchenübergreifendes Verständnis im Einkaufsmanagement geschaffen werden, das nicht zuletzt auch zur Erweiterung des eigenen beruflichen Netzwerkes führt.

Internationalität im Einkaufsmanagement

Einkaufsmanagement Studium, eine Lerngruppe erarbeitet neues Material.

Das Thema Netzwerk ist auch im täglichen Arbeitsalltag eines Einkäufers von zentraler Bedeutung. Aufgrund globaler Vernetzung in Beschaffungsprozessen müssen sich EinkäuferInnen von morgen auch am internationalen Parkett zurechtfinden. Unternehmen konzentrieren sich verstärkt auf ihre Kernkompetenzen und kaufen alles Weitere bei Lieferanten zu. Von EinkäuferInnen wird daher auch erwartet, mit Lieferanten aus sämtlichen Ländern und Regionen geschickt umzugehen – sei es China, Indien, Osteuropa oder Deutschland.

Interkulturelle Kompetenz, Fingerspitzengefühl und das Wissen um verschiedene Wirtschafts- oder Rechtssysteme sind daher entscheidend, um für das Unternehmen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In einem entsprechenden Programm sollte dem Thema Internationalität daher ein hoher Stellenwert beigemessen werden.

Verantwortung übernehmen

Um die Komplexität des Einkaufnetzwerkes zu verstehen, ist ein profundes betriebswirtschaftliches Verständnis zentral. Lehrgänge, die neben klassischen Einkaufsinhalten auch komplementäre Fächer anbieten, gehen diesbezüglich in die richtige Richtung.

Neben Inhaltsbereichen wie Lieferantenmanagement, Einkaufsorganisation, Logistik oder Materialwirtschaft sind es vor allem Bereiche wie Unternehmensführung, Rechtsfragen, Qualitätsmanagement oder Produktionstechnik, die Einkaufslehrgänge bereichern. Die breite Auswahl der Themenbereiche ergibt das notwendige Gesamtverständnis, um nicht nur sein eigenes Wissen zu erweitern, sondern auch für das Unternehmen bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Darüber hinaus können Teilnehmer Präsentations- und Verhandlungstechniken erlernen sowie Kompetenzen im Bereich strategisches Management oder Leadership erwerben. Akademische Lehrgänge sind daher gerade für all jene geeignet, die bereits im Einkauf tätig sind, aber innerhalb eines Unternehmens in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen wollen.