Ohne Verpackung gelangen unsere Lebensmittel nicht dorthin, wo sie gebraucht werden: nämlich auf unsere Tische und in unsere Mägen“. Was Thomas Reiner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Verpackungsinstituts e.V. (dvi), hier bildlich für den Lebensmittelbereich umschreibt, deutet auf die generell weitreichende Bedeutung von Verpackung heute hin. Kartons, Verpackungen und Verpackungsmaterialien bilden nicht nur die Basis für den Schutz, Transport und die Lagerung von Produkten aller Art, sie spielen auch eine wichtige Rolle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung, Hunger und ökologische Kosten. Verpackung fällt besonders dort auf, wo sie fehlt: nach Angaben des „World Food Programms“ leben 98 Prozent der Hungernden in jenen Ländern, in denen mehr als 40 Prozent der Lebensmittel nach der Ernte verloren gehen - lange bevor sie den Verbraucher erreichen.

Demografische Entwicklung forciert Verpackung

Aber auch in den Industriestaaten gehen mehr als 40 Prozent der Lebensmittel verloren. Jedoch verdirbt die Nahrung nicht wie in den Entwicklungsländern auf dem Weg zum Konsumenten, sondern nachdem sie ihn erreicht hat. Weltweit ist die Menge der transportierten Lebensmittel in den vergangenen 20 Jahren um 90(!) Prozent gestiegen. Es sind aber auch demografische Faktoren, die dazu führen, dass die Zahl der eingesetzten (Lebensmittel-)Verpackungen steigt. So müssen immer mehr Menschen in städtischen Ballungsräumen mit Nahrung und unterschiedlichsten Produkten versorgt werden. Dazu kommt eine steigende Zahl von kleinen Haushalten, die andere Portions- und Packungsgrößen erforderlich machen. Transportverpackung lohnt sich in jedem Fall: so stammt etwa bei Lebensmitteln 90 Prozent der ökologischen Belastung vom Lebensmittel und nur zehn Prozent von der Verpackung.

Faltschachtel als zentrales Medium

„Die Verpackung und insbesondere die Faltschachtel wird immer mehr zum zentralen, verbindenden Medium in einer Umgebung, in der sich alles wandelt,“ betont Roland Rex, Präsident von Pro Carton. Der allumfassende Trend lautet: Handel ist überall. Schon bald werden die meisten Menschen in der westlichen Welt ein Smartphone besitzen – und jederzeit handeln können. Einkaufen wird dabei auf vielen verschiedenen Wegen passieren. Dies manifestiert sich nicht nur durch die Handlung am Point of Sale oder im Online-Shop, sondern entwickelt sich auch zu einem Austausch von Werten innerhalb der Communities und Social Media-Plattformen. „Diese Fluktuation drückt sich über die Marken- und Produktwelt aus, und wird wesentlich über die Verpackung kommuniziert,“ folgert Roland Rex.

Am Weg zur Kreislaufwirtschaft

Schonung von Ressourcen, Umweltschutz, CO2-Einsparung und Corporate Social Responsibility (CSR), sind und bleiben auch weiterhin Treiber bei der Entwicklung von Verpackungen und Faltschachteln. Vor allem bei der Kreislaufwirtschaft erweist sich die Verpackungs- und Kartonindustrie als Umweltpionier mit Leuchtturmfunktion: „Der Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft ist für viele Branchen noch recht weit. Für die Karton- und Faltschachtelindustrie allerdings weniger: Weil wir es mit einem nachwachsenden Rohstoff zu tun haben, der zudem in hohem Maß recycelt wird, sind wir dem Ziel schon viel näher,“ meint Roland Rex. Auch der jüngste McKinsey-Bericht zu „Sustainability & Resource Productivity“ spricht die Kreislaufwirtschaft offen an. Nicht ohne Grund: sowohl die weltweit ansteigenden Rohstoffpreise als auch eine rasch anwachsende, umweltbewusste Konsumentenschicht, macht das Modell der Kreislaufwirtschaft zunehmend attraktiver für Unternehmen.

Fazit: die aktuellen Trends weisen der Faltschachtel eine viel breitere Palette von Funktionen zu, die weit über ihre klassischen Vorzüge wie Produktschutz und Verkündung der Markenbotschaft hinausgehen. Diese neuen Aufgaben für Verpackungen und Kartons betreffen sowohl kommunikative Inhalte als auch das Handling. Roland Rex: „Die Faltschachtel erfüllt diese Aufgaben optimal - und an vielen verschiedenen Orten“. Handel ist schließlich heute überall...