Erst wenn die Anforderungen eines Unternehmens klar definiert sind, kann entschieden werden, welche Lagerhaltung Sinn macht: statisch, dynamisch oder eine Mischung aus beidem? Erstere eignet sich vor allem für Unternehmen mit gleichbleibendem und überschaubarem Lagerbestand, zweite dagegen für Unternehmen mit hoher Lagerkapazität, die darauf angewiesen sind, Flächen dynamisch zu nutzen.

Lager optimieren, aber wie?

In einem ersten Schritt sollten Unternehmen ihren gesamten Lagerbestand klassifizieren: Was wird überhaupt gelagert und warum? Dabei ist die Beschaffenheit der Artikel, deren Größe, Gewicht und Lagerungsanforderungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck) genauso entscheidend wie deren Abruffrequenz.

Erst dann lässt sich eine effiziente Gesamtlösung finden. Das bedeutet aber nicht, dass dieselbe Lagerungsstrategie für alle Produkte zur Anwendung kommt. Für jede Produktgruppe muss das passende Regalsystem und Behältnis identifiziert werden, um eine optimierte Umschlagsleistung zu erzielen.

Lagerhersteller bieten eine Vielzahl an Lösungen, die in Materialwahl und Preis stark variieren: von einfachen Paletten- und Fachbodenregalen bis hin zu Horizontalkarussellen und vertikalen Lagerliften. Diese gewährleisten durch ihre hochverdichtete Bauweise schnellen Zugriff auf viele unterschiedliche Artikel auf knappen Lagerflächen.

Trend geht zur Automatisierung

Gerade solch hochbauenden Lager, mit denen die volle Raumhöhe perfekt ausgenützt werden kann, sind oft mit der Automatisierung von Abläufen verknüpft. Ein Lager muss benötigte Waren nicht nur sicher aufbewahren können, es muss auch klar sein, welche Waren in welchen Mengen vorrätig sind und wo sie lagern.

Ab einer gewissen Größe stoßen aber Ordnung und gut leserliche Beschriftungen an ihre Grenzen. Dann ist es an der Zeit ein Warehouse-Management-System zu implementieren, das auch die Grundlage für alle weiteren Automatisierungsschritte bildet. Dazu werden Anzahl und Lagerort von Artikeln elektronisch erfasst. So werden Lagerbestände und Warenbewegungen in Echtzeit nachvollziehbar.

Das wiederum schafft neue Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten. Diese Systeme helfen auch dabei, die ideale Platzierung von Waren hinsichtlich Abrufhäufigkeit und -dauer zu ermitteln bzw. eruieren diese vollautomatisiert. Dadurch lassen sich massive Effizienzsteigerungen erzielen und folglich Kosten senken.

Eine Evaluierung der Lagerlogistik kann aber auch zu einem völlig anderen Ergebnis kommen: Nämlich, dass es effizienter ist, das gesamte Warehousing an einen spezialisierten Dienstleister auszulagern und die freigewordenen Lagerflächen neuen Nutzungsvarianten zuzuführen.

Gerade alte Speicher und Lagerhäuser werden dank innovativer Designlösungen immer öfter zu begehrten Office-Locations. Nicht zuletzt, weil die Umgestaltung von Lager- in Büroflächen deutlich günstiger ist, als die Anschaffung neuer Büros. Lager haben also selbst dann noch riesige Einsparungspotenziale, wenn sie aufhören, welche zu sein.