Welchen Stellenwert haben Nachhaltigkeit und Sicherheit im Verpackungswesen heute?

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein sehr breites Feld geworden, etwa beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe, beim Energieverbrauch oder bei den Emissionen, sowohl bei der Herstellung der Verpackungsstoffe als auch bei der Logistik selbst. Besonders wichtig ist die effiziente Nutzung der Kapazitäten, um Volumina zu optimieren. Wir sehen einen Trend zur Individualisierung der Verpackungen, der die Logistik vor Herausforderungen stellt.

Das alles spielt auch in die Sicherheitsfrage hinein. Verpackungen haben eine Schutzfunktion für die Güter, aber auch Diebstahlschutz. In diesen Bereichen gibt es viele spannende Entwicklungen, die in Wahrheit die gesamte Lieferkette betreffen.

Wie sieht aus Ihrer Sicht die Verpackung der Zukunft aus?

Es wird laufend daran gearbeitet, Gewicht zu reduzieren und bei gleicher Leistung weniger Material zu brauchen. Gleichzeitig wird der Einsatz von Technologien in Verbindung mit Verpackungen immer zentraler. Ein Beispiel: Auf einer beliebigen Palette wird ein Identifikationsträger angebracht, wodurch der gesamte Logistikprozess über die Verpackung selbst abwickelbar und transparenter wird.

Stellen Sie sich vor, Sie machen von der Palette nur noch ein Foto mit Ihrem Smartphone, das dann die Informationen verarbeitet und Ihnen alle relevanten Daten direkt auf den Schirm spielt. So wird die Verpackung zu einem intelligenten Objekt.

Was bedeutet das für die Prozesskostenrechnung in Verpackungssystemen?

Das ist schwierig zu generalisieren. Heute sind im Wesentlichen nur die Einkaufspreise für Verpackungen bekannt, aber leider nicht, welche Folgekosten in der logistischen Kette entstehen. Die Beschaffungspreise liegen bei durchschnittlich 20 bis 25 Prozent, die Folgekosten sind um ein Vielfaches höher – etwa durch billige Kartonage, die unhandlicher und weniger stabil ist als eine teurere.

Hier liegen große Potentiale, die von vielen Unternehmen nur unzureichend wahrgenommen werden. Wir arbeiten intensiv daran, in diesem Bereich mehr Transparenz zu schaffen und erzielen dabei beachtliche Fortschritte.

Geht der Trend in Richtung Outsourcing oder Inhouse?

Generell gibt es kein einheitliches Bild. Viele Unternehmen haben Verpackungs-Know-how outgesourct, andere sehen, dass sie mit Inhouse-Aktivitäten durchaus beachtliche Optimierungspotentiale realisieren können. Es sind aber eher wenige, was vor allem an der angesprochenen mangelnden Kostentransparenz liegt. Eine nicht zu unterschätzende Entwicklung ist der 3D-Druck, der auch für Verpackungen interessant wird.