Neue Möglichkeiten wie diese sorgen freilich für Schlagzeilen. Als 2010 bei der ersten TEDx-Konferenz in Wien 3D-Druck thematisiert wurde, sprach man nicht nur hierzulande von einer Sensation. Mittlerweile liest man etwa über ausgedruckte menschliche Organe und die Ideenvielfalt der Forscher, die immer ausgefallenere Druckerkonzepte entwickeln, scheint grenzenlos.


Drucker der Zukunft

In Büros gibt es heute Multifunktionsprinter die – integriert in die Unternehmenssoftware – längst keine „dummen Maschinen“ mehr sind. Druckertinte sei veraltet, so die Fachwelt. Wachstumsmärkte eröffnen sich in der Herstellung immer intelligenterer Drucker und der Entwicklung neuer thermaler Plastikkarten. Forscher arbeiten aber auch daran, organische Materialien als eine Art Druckertinte einzusetzen. Gegenstände wie Schmuck, Lego-Steine oder Spielfiguren auszudrucken, ist keine Fiktion – 2013 wurden bereits die ersten Waffen ausgedruckt, sogar das Modell eines ungeborenen Kindes – nach der Vorlage des Ultraschallbildes – sollen sich junge Eltern nun einfach ausdrucken können.


Zukunftstechnologie im Alltag

Das bedeutet allerdings nicht das Ende des Papierdrucks im Büro. Der Business-to-Business (B2B)-Bereich benötigt nach wie vor Papier. Zumindest vorerst. Wer weiß schon, was in 10 oder 20 Jahren sein wird?
3D-Drucker sind Modellier-Maschinen, die dreidimensionale Gegenstände formen. Die Industrie stellt so seit Jahren Prototypen neuer Produkte her. Manche Geräte verarbeiten auch Keramik oder Metall. Je nach Größe des Objekts dauert das Drucken viele Stunden. Im Grunde lässt sich jedes dreidimensionale Objekt bis zu einer bestimmten Größe drucken.


Durchbruch zum Massenmarkt ist offen

Es gibt weltweit immer mehr Läden, die Artikel auf Bestellung drucken. Aber gedruckt wird zusehends auch daheim. Vor allem junge Konsumenten lieben – und kaufen – die Maschinen, die kaum größer sind als eine Kaffeemaschine, und drucken Spielzeug oder Modellautos. Für heuer erwarten die Marktforscher der Gartner Group den Verkauf von bereits über 98.000 3D-Druckern und bis 2016 mehr als 430.000 Geräten. Sie gehen davon aus, dass die Preise für Technik und den Plastik-Rohstoff noch deutlich sinken werden. Den Marktforschern zufolge gingen drei Viertel der zuletzt verkauften 3D-Drucker an Verbraucher, obwohl die Geräte meist immer noch mehr als 1000 Euro kosten. Es gibt auch schon günstigere Bausätze für 3D-Drucker zum Selberbasteln. Expertenrat – etwa in der Fachpresse – ist dabei aber unbedingt zu empfehlen.


Fachwelt uneins – Skepsis oder Begeisterung?

Wie bei jeder Innovation scheint auch hier das Schwert zweischneidig zu sein – bedenkt man die Auswirkungen der Technologie und die Möglichkeiten, die sie bietet. Prothesen oder Lebensmittel ausdrucken zu können, kann gut und sinnvoll sein. Beim Ausdrucken von Waffen oder menschlichen Organen kommen aber Aspekte der Ethik ins Spiel und damit ein dringend notwendiger Diskurs über die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Drucker-Inovationen.