Dienten früher Tonschalen, später auch Gläser als Verpackung, heute wird größtenteils Kunststoff verwendet. Vor rund 30 Jahren kamen die ersten Getränkeflaschen aus Plastik auf den Markt. Mittlerweile wird oftmals mehr Wert auf die Verpackung gelegt, als auf den Inhalt – je vielfältiger und außergewöhnlicher die Verpackung, umso mehr hebt sich das Produkt ab und umso eher wird es gekauft. Der Großteil an Verpackungen ist heutzutage nicht notwendig und soll uns einfach zum Kaufen anregen.

Bewegung in der Verpackungsgeschichte

Anfang der 50er Jahre waren Verpackungen zweckmäßig und Materialien wie Papier, Glas und Holz dominierten. Metallverpackungen waren dann eine der ersten industriell hergestellten Verpackungen. In den letzten 30 Jahren hat es in diesem Bereich der Verpackungsbranche keine grundlegenden technischen Änderungen gegeben, dennoch wurde die Metallverpackung kontinuierlich hinsichtlich Verfahrenstechnik, Werkzeuge und vor allem im Bereich Materialeinsparung, verbessert.

Rainer Carqueville
Präsident des Österreichischen Instituts für Verpackungswesen

Seit den 80er Jahren haben sich die Universalkunststoffe PET, PE und PP immer mehr in der Verpackungsindustrie durchgesetzt und eine Fülle an Möglichkeiten und Alternativen zur Abpackung und Verpackung ergeben, die von den Konsumenten geschätzt wird.

Nachhaltigkeit und Sicherheit im Trend

Die Verpackungsberater der Berndt&Partner aus Berlin haben beobachtet, dass sich in den vergangenen zehn Jahren zwei neue Trends bei Verpackungen etabliert haben: Nachhaltigkeit und Produktsicherheit. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung ist für rund zwei Drittel der Verbraucher eine umweltfreundliche Verpackung ein wichtiger Gesichtspunkt beim Einkauf.

Die Verpackungsindustrie steht vor der Herausforderung, die hohen Verpackungsmengen durch intelligentes Design und effizientes Ressourcenmanagement an die gesellschaftlichen Ansprüche in Einklang zu bringen – denn es wird immer mehr verpackt. Bereits Anfang der 90er Jahre beschäftigte sich die Politik mit der Verpackungsflut, baute das Recycling aus und führte Kennzeichnungssysteme im Verpackungsrecycling wie den Grünen Punkt ein.

Eine Verpackung dient heutzutage nicht nur dem Schutz des Gutes und dem sicheren Transport, sie muss auch einem gewissen Lifestyle entsprechen und dies erhöht zusätzlich das Verpackungsaufkommen, denn Verpackung ist ein wesentlicher Bestandteil der Vermarktung: Es drängen immer mehr potentielle Lieferanten auf den Markt, deren Produkte oft austauschbar sind, weswegen sie sich durch die Verpackung von den Mitbewerbern abheben möchten. Man positioniert sich über die Verpackung auf dem Markt.

Die Verpackung der Zukunft

Im Wesentlichen hat Verpackung also drei Funktionen: Sie schützt das Produkt, sie schützt die Umwelt vor gewissen Produkten und am Point of Sale dient Verpackung als Kaufanreiz. Doch wie sieht die Verpackung der Zukunft aus? Verpackungen müssen problemlos recycelt und für die Herstellung neuer Materialien eingesetzt werden können und das möglichst ohne Qualitätseinbußen des Recyclats, also kein Downcycling sondern echtes Recycling – wie dies schon heute bei permanenten Materialien wie Metall oder Glas möglich ist. Sicher, hygienisch einwandfrei und aus nachhaltigem Material. So sollte die Verpackung in Zukunft aussehen.

Leider gibt es keine Faustregel für „die“ nachhaltige Verpackung und deshalb kann man auch keine Materialart als „die“ beste für Verpackung benennen. Vielleicht macht es auch Sinn, der Natur über die Schulter zu schauen und von ihr zu lernen: Einfache Verpackungsbeispiele aus der Natur sind das Ei oder die Nuss – sie sind genial, und man sollte das als Aufforderung sehen, und es ihnen gleichzutun und alles in den Kreislauf zurückzuführen.