Die Digitalisierung in Unternehmen schreitet unablässig voran – auch in Österreich. Laut einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY sieht eine Mehrheit des österreichischen Mittelstands (69 Prozent) die Digitalisierung als Chance. Für 56 Prozent der befragten Firmen spielen digitale Technologien eine sehr große oder mittelgroße Rolle.

Schnelles Internet für Finanzdienstleister essenziell

Finanzdienstleister, Händler sowie die Informations- und Logistikbranche sind besonders abhängig von schnellen Internetverbindungen. Den Daten von Statistik Austria zufolge verfügen in Österreich aktuell 99,7 Prozent? der Unternehmen über einen Internetzugang. Die Zahl der Firmen, in denen es eine feste Breitbandverbindung – DSL, Kabel, Glasfaser oder Standleitung – gibt, beläuft sich auf 91,4 Prozent.

Gerade in ländlichen Gebieten ist die Versorgung mit Breitbandinternet aber nicht immer ausreichend. Daher hat die Bundesregierung im Jahr 2014 die sogenannte Breitbandmilliarde beschlossen, mit der ausbauende Unternehmen in Österreich gefördert werden sollen.

Aktuell steht vor allem der Glasfaserausbau im Fokus. Gerade da aber hinke das Land in der EU hinterher, wie Kritiker monieren. Berechnungen der Regulierungsbehörde RTR zufolge gibt es in Österreich derzeit weniger als 50.000 echte Glasfaseranschlüsse.

Dabei wäre der Ausbau des Glasfasernetzes wichtig, damit Österreich in Zukunft wirtschaftlich und technologisch auf internationaler Ebene den Anschluss nicht verliert. Zumal ein gut ausgebautes Glasfasernetz auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für den kommenden, ultraschnellen Mobilfunkstandard 5G ist. In Österreich soll der 5G-Ausbau in rund zwei Jahren starten. Der Standard, der 4G/LTE ablöst, soll Nutzern künftig Datenraten von mehr als 10 Gigabit pro Sekunde bieten.

Das könnte Unternehmen ohne einen festen Breitbandanschluss eine schnelle und ausfallsichere Internetverbindung ermöglichen. Schon jetzt nutzen vier von fünf österreichischen Unternehmen laut Statistik Austria auch mobile Breitbandverbindungen über Mobilfunknetze – die meisten MitarbeiterInnen gehen dabei per Smartphone online.

Digitalisierung spart Geld, Zeit und Ressourcen

Obwohl kleinere Unternehmen in Österreich der Digitalisierung im Schnitt etwas weniger optimistisch gegenüberstehen, sollen Experten zufolge alle – von der Ein-Personen-Firma bis zum Konzern – davon profitieren.

Die Digitalisierung könnte dem EY-Österreich-Manager Gunther Reimoser zufolge Unternehmen dabei unterstützen, flexibler zu werden und viel Geld, Zeit und Ressourcen zu sparen. Bisher fehlen vielen Unternehmen aber entsprechende Fachkräfte, das notwendige Know-how oder die finanziellen Ressourcen für Investitionen in die Digitalisierung.

Gerade für Gründer und schnell wachsende Firmen gilt, am besten von Beginn an zu einer hochwertigen Internetverbindung und einem entsprechenden internen IT-Netzwerk zu greifen. Dann brauchen Firmenlenker später keine teuren Umrüstungen zu finanzieren, wenn die Zahl der MitarbeiterInnen oder die technologischen Herausforderungen für neue Produkte oder Vertriebswege steigen.