„Wie sich die Welt weiterdreht, so verändert sich auch die Zeit“, sagt eine Inschrift. Was vielleicht einst philosophisch gemeint war, lässt sich heute allegorisch auf den industriellen Bereich weitgehend ausdehnen. Wohl seit Einführung der Dampfmaschine hat es nicht mehr so tiefgreifende Veränderungen gegeben – die Rede ist natürlich von der Digitalisierung, dem omnipräsenten Schlagwort Industrie 4.0.

Es ist nicht verwunderlich, dass dieser Bereich besonders stark betroffen ist, geht es hier doch massiv um Kosten und Innovation. Wer sich nicht mit der Entwicklung der sich weiterdrehenden Welt mitbewegt, der ist mit der Zeit weg vom Fenster.

Das trifft in besonderem Maße auf die Logistik zu. Früher war sie ein Teilbereich – ohne Zweifel überlebenswichtig, aber nicht so zentral. Das hat sich grundlegend geändert. Heute ist sie ein ganzheitlich planendes und steuerndes Führungsinstrument. Vorbei die Zeiten, als sie auf Transport, Lagerung und Umschlag reduziert war.

IT als Schlüssel zur Veränderung

Hauptgrund für diese Veränderung ist der verstärkte Einsatz moderner Informationstechnologien zur Steuerung und Optimierung von Informations- und Warenströmen bis hin zur Vernetzung mit Kunden und Lieferanten. Längst übernehmen Logistikdienstleister Aufgaben in der Supply Chain, etwa die Versorgung von Produktionslinien oder die Lagerung, das Customizing und die Warendistribution bis zum Fulfillment.

Sie operieren damit faktisch als Outsourcing-Partner, auch dann, wenn sie nach wie vor zum Gesamtkonzern gehören.

Ein Beispiel dafür ist das Linzer Unternehmen Logistik Service GmbH (LogServ). Sie gehört zum voestalpine-Konzern und stellte dessen Logistikabteilung am Linzer  Produktionsstandort dar, bis sie im Jahr 2001 als GmbH ausgegliedert wurde. Ein Vorgang, der oft beobachtet werden konnte – er unterstreicht die beschriebene Entwicklung und trägt der neuen Position der Logistik Rechnung. Unternehmen wie die LogServ fungieren als interne sowie externe Dienstleister und bieten breite Leistungspaletten an, sind hochinnovativ und längst ein wesentlicher Player in der Industrie.

Innovation im Fuhrpark

Innovation ist ohnehin das Zauberwort schlechthin, wenn man die Veränderungen in Industrie und Logistik halbwegs begreifen können will. Das betrifft natürlich die Geräte selbst, mit denen operiert wird. Wer kann sich noch an den legendären Pritschenwagen von VW erinnern? Sentimental seufzend sagen wir wohl ja, aber ein Industriebetrieb des dritten Jahrtausends mit diesem Gefährt – das passt nicht zusammen.

Ebenso hat sich aber das Drumherum entwickelt. Natürlich sind Ladevorrichtungen längst barrierefrei, es braucht nicht mehr sieben Arbeiter, um einen Wagen zu entladen – das macht ein Roboterarm automatisch. Aber auch das Gerät selbst wird längst digital überwacht. In unserem Fall, beim Fahrzeug, spricht etwa das Unternehmen LogServ von Condition Monitoring, zu deutsch: Zustandskontrolle oder Zustandsüberwachung.

Das Fahrzeug rundherum überwachen

Ein Computerprogramm beobachtet und überwacht dabei alle relevanten Funktionen des Fahrzeuges. Es misst alle Motordaten (etwa Drehzahl, Temperatur, Kraftstoffverbrauch), registriert Stöße, die von Fahrbahnunebenheiten kommen, analysiert die Fahrgeschwindigkeit sowie den Reifendruck und vieles mehr. Die Fahrzeuge werden dazu an mehreren Positionen mit Sensoren ausgestattet.

Ziel ist die regelmäßige oder permanente Erfassung des Fahrzeugzustandes durch Messung und Analyse aussagefähiger, physikalischer Größen.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Gerade Schwerfahrzeuge sind ob des Kostenfaktors sensibel, die Senkung von Instandhaltungskosten ein zentrales Thema. Ein Schaden geht finanziell schnell tief in die Tasche. Die entsprechende Software ermöglicht es, den Zustand live am Bildschirm mitzuverfolgen und schnell zu reagieren. Bei einem Stoß, den das Fahrzeug erlitten hat, erfolgt umgehend eine Kontrolle, um einen etwaigen Schaden festzustellen.

Das führt dazu, dass bei den Fahrzeugen deutlich weniger Ausfälle zu verbuchen sind. Das macht den Logistikfuhrpark günstiger und steigert die Effizienz, weil sofortige, kleine Wartungen weniger kosten als längere Stehzeiten während einer Großreparatur. Diese vorbeugende Instandhaltung zahlt sich also aus – und die moderne Industrielogistik hat erneut bewiesen, dass ihre Rolle in der sich weiterdrehenden Welt nicht mehr wegzudenken ist.