Reduzierung der Fixkosten im Unternehmen

Früher waren EDV-Lösungen für das eigene Unternehmen mit hohen Hard- und Softwareinvestitionen sowie Lizenzkosten verbunden. Heute entscheidet vermehrt die Auswahl, ob man IT vor Ort haben möchte oder bestimmte Leistungen auslagern will. Cloud Computing heißt die Nutzung von Rechenkapazität als Service. Software und Daten werden über ein Netzwerk zur Verfügung gestellt. Der Benutzer greift über das Internet oder eine mobile App auf die Anwendungen zu.

Aufgrund von automatisierten Abläufen per Login und Nutzerkonto ist die Konfiguration selbst von Anwendern ohne spezialisierte IT-Kenntnisse realisierbar. Dabei spielt die Kapazität des eigenen Rechners keine Rolle, denn mittels Cloud Computing kann sogar ein einfaches Mobiltelefon eine virtuelle 500 GB Festplatte haben. Heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern von IT-Infrastruktur, die von Unternehmen oder Privatanwendern gegen Abo- oder Nutzungsgebühr eingesetzt werden können.

Flexible Lösung

Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ist das Arbeiten in der Cloud vielversprechend. Die Vorteile liegen im finanziellen Bereich in der Reduzierung der Fixkosten für die Anschaffung von Hard- und Software und die Ausgaben für Lizenzkosten. Stattdessen entstehen variable Kosten, die genau der effektiven Nutzung der jeweiligen Applikationen entsprechen.

Cloud Computing macht für jene Unternehmen Sinn, die von ihrer IT-Lösung eine hohe Flexibilität erwarten. Sei dies, weil sie übers Jahr mit unterschiedlichen IT-Auslastungen zu kämpfen haben oder über viele mobile Mitarbeiter verfügen. Mit der Cloud kann unabhängig von Ort oder der verwendeten Technik gearbeitet werden. Cloud-Dienste sind webbasiert und können so auf jedem beliebigen Gerät verwendet werden.

Um zu erkennen, ob im eigenen Unternehmen Potential zur Gewinnsteigerung und/oder Kosteneinsparung durch Nutzung von Cloud Services besteht, muss im Unternehmen eine IT-Strategie vorliegen, die alle Geschäftsprozesse dahingehend definiert, inwieweit sie von der IT unterstützt werden können. Der Entscheidung, sich mit bestimmten Applikationen in die Cloud zu begeben, muss von eine gründliche Analyse vorausgehen. Mit zunehmender „Cloudisierung“ wird die Ausprägung und Leistungsfähigkeit der Internetanbindung zum kritischen Faktor: Wenn mehr Mitarbeiter über die Cloud arbeiten, muss dies eine schnelle Anbindung kompensieren.

Rechtliche Faktoren

Wer Cloud Computing für das eigenen Unternehmen in Betracht zieht, wird feststellen, dass zwei juristische Aspekte in den Vordergrund rücken: Die Vertragsgestaltung mit dem Serviceanbieter und die Sicherstellung des Datenschutzes. Die Nutzerverträge werden als Service Level Agreements (SLA) abgeschlossen, wobei in der Regel die rechtlichen Rahmenbedingungen für Werksverträge zur Anwendung kommen. Ebenfalls im Vertrag sollte geregelt werden, wie in der Cloud mit Datenflüssen umgegangen werden soll.

Aufgrund der dynamischen Lastenverteilung in der Cloud kann es zu Spitzenzeiten passieren, dass Sub-Unternehmen mit eingebracht werden. Je nachdem, auf welchen Servern die firmeneigenen Daten dann liegen, kann es Probleme mit Vorgaben bezüglich Urheberrecht und Datenschutz des österreichischen Gesetzgebers geben.