E-Commerce-Lösungen müssen für eine beständige Weiterentwicklung ausreichend flexibel sein und zusätzlich den individuellen Geschäftsprozessen sowie den Anforderungen des Unternehmens gerecht werden. Nur wer im E-Commerce zukunftsorientiert denkt, kann erfolgreich sein. Dafür ist von Beginn an ein strukturiertes Vorgehen, das sich konzeptionell mit der strategischen Planung auseinandersetzt, notwendig.

Als Erstes stellt man sich als Unternehmer grundsätzlich die Fragen: Welche Bedeutung hat der E‑Commerce unter den eingesetzten Absatzwegen? Ist er Hauptvertriebsweg oder eine Ergänzung zum stationären Geschäft? Gehört der Webshop zu einer umfassenden Online-Strategie? Auf dieser Grundlage werden im Anschluss daran die Kundensegmente, das Angebot an Waren und Dienstleistungen sowie die räumliche Ausrichtung näher betrachtet.

Darauf folgen das Sortieren der gesamten Inhalte und die Benennung der konkreten fachlichen Anforderungen. Empfehlenswert ist hierbei ein Kick-off-Workshop mit allen beteiligten Abteilungen des Unternehmens, bei dem Wünsche und Vorstellungen erfasst, Probleme angesprochen und analysiert werden. Auf dieser Basis kann im nächsten Schritt schon eine Kostengrobplanung durchgeführt und darauf aufbauend ein Lastenheft erstellt werden, das auch als Anhaltspunkt für Ausschreibungen und Angebote dient.

Auswahlkriterien für Technologie & Partner

Entscheidende Kriterien für die Auswahl einer Standard- oder einer individuell angepassten Softwarelösung sind für den E‑Commerce die Flexibilität und der Grad an gewünschter Individualität. Der Vorteil einer Mietlösung ist, dass sich der Betreiber im Rahmen festgeschriebener Dienstleistungsvereinbarungen zur Wartung und zur Funktionalität der Software verpflichtet. Das bedeutet, dass die Erfüllung aller Anforderungen an Performanz, Erreichbarkeit und Skalierbarkeit sichergestellt ist, auch wenn Komplexität und Dynamik des Projekts zunehmen. Handelt es sich um größere Shopsysteme, kommt noch der Full-Service-Aspekt hinzu. Egal, ob man sich für ein Software-Unternehmen oder eine Agentur als Anbieter von Managed Services entscheidet, man sollte in erster Linie auf die Marktnähe des Anbieters sowie auf praxisrelevante Problemlösungen inklusive passender Referenzen achten.

Schnittstellen & Integration

Will man erfolgreich sein, so sollte man alle Geschäftsprozesse auf den Onlinekanal ausrichten. Eine große Rolle spielen hierbei standardisierte Schnittstellen sowie eine einfache Integration und Synchronisierung vor- und nachgelagerter Systeme wie Zahlungsabwicklung oder Logistik. Standards lassen sich dann nicht nur mit bestehenden Shopsystemen kombinieren, sondern erlauben auch den Wechsel von Partnern und bieten somit die notwendige Flexibilität.

Straffe Projektsteuerung

Ein fester Ansprechpartner im Unternehmen ist für die Umsetzung der inhaltlichen Entscheidungen ebenso wichtig. Er steht im Mittelpunkt des Projektes, nimmt Anfragen in Empfang, formuliert Aufträge und gibt diese an die jeweiligen Experten weiter. Des Weiteren steuert er den Fortgang des Projekts und achtet auf die Einhaltung des Budgets.

Zusätzliche Überlegungen

Auch Onlineshops erfordern eine juristische Betreuung. Zu den Aufgaben eines Anwalts gehören das Erstellen rechtssicherer AGBs sowie die Beratung beim datenschutzkonformen Umgang mit Kundendaten oder bei der steuerlichen Behandlung von Umsätzen und Gewinnen.

Sobald der Shop rechtlich abgesichert ist und die Qualitätssicherung erfolgreich war, kann er online gehen. Ab dann muss man abwarten, Marketing betreiben und dem Shop ausreichend Zeit lassen, um Akzeptanz zu gewinnen. Dabei sind hektische Änderungen an scheinbaren Stellschrauben zu vermeiden. Erst nach einer angemessenen Anlaufphase, in der man erste Erfahrungen sammeln konnte, sollte man das System beständig, aber überlegt, weiterentwickeln.