Wo kein Kläger, da kein Richter: Lange Zeit nutzten das Netz nur ein paar Wissenschaftler und EDV-Nerds, die friedlich koexistierten. Heute aber interagieren online Milliarden von Menschen. Wie in der Gesellschaft im Allgemeinen braucht es daher im Sinne des Vorsorgeprinzips Regeln, damit möglichst wenig Personen zu schaden kommen.

Wilder Westen im Web

Wozu es führen kann, wenn hier jeder frei schalten und walten kann, wie er will, hat etwa die Wahl in den USA gezeigt, die in den sozialen Medien auch durch Scharen unreglementierter Bots mit beeinflusst wurde. Während das Internet gewachsen ist, haben sich hier die rechtsfreien Räume und juristischen Grauzonen nämlich ebenfalls vergrößert.

Deshalb wäre eine eigene weltweite Gesetzgebung für die virtuelle Sphäre längst angebracht. Das ist jedoch nicht einfach: Ein internationales Regelwerk oder zumindest zwischenstaatliche Lösungen zu erarbeiten, hängt von der Kompromissbereitschaft der Verhandler ab.

Fragwürdige Einschnitte

Zudem zeichnete es das Internet immer aus, dass hier eine große Entfaltungsfreiheit herrschte. So wurde es zu dem wesentlichen Innovationstreiber unserer Zeit. Jeder juristische Eingriff birgt deshalb die Gefahr, seine wesentlichen Charakteristiken zu beschneiden.

Handlungsbedarf besteht natürlich trotzdem: Urheberrechtsfragen, Identitätsdiebstahl, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, Internetkriminalität – das sind nur einige der Themen, bei denen Juristen gefragt sind, Lösungen zu erarbeiten.