E-Mail und Cloud haben die Arbeitswelt revolutioniert. Was wird aus Ihrer Sicht „the next big thing“ sein?

Ich bin davon überzeugt, dass wir im Zuge der Digitalisierung Erkenntnisse gewinnen werden, die wir nie zuvor hatten, die mit den üblichen menschlichen und traditionellen Mitteln gar nicht erreichbar wären. Bereits heute liefert die Digitalisierung Datenanalysen, Entscheidungshilfen und auch neue Arbeitsmethoden. Durch Sensorik, Machine Learning, intelligente Algorithmen usw. wird diese Entwicklung enorm angekurbelt. Bald werden wir Prozesse in Echtzeit über die gesamte Informationskette nutzen.

Wie erleben Sie den Markt derzeit?

Es gibt zwei Arten von Unternehmen: die, die über die digitale Transformation reden und die, die sie umsetzen wollen. Zweitere sind bei uns bestens aufgehoben, da entstehen aus Ideen Use Cases und interessante Projekte. Das ist eine Nachfrage, die wir stark wahrnehmen: die Begleitung und Beratung des Transformationsprozesses.

Was sind aus Ihrer Sicht die Kernkompetenzen, die ein Software-Dienstleister heute erfüllen muss?

Ein guter Dienstleister hilft einem Unternehmen, das sich transformieren möchte, realistische Zielsetzungen für die Umsetzung zu entwickeln und begleitet es dabei. Dabei spielt man auch eine „Übersetzerrolle“, um dem Kunden die Konzentration auf dessen Kerngeschäft zu erleichtern. Ich empfehle, den Umfang der ersten Digitalisierungsprojekte mit Bedacht zu wählen, weder zu trivial, da der überzeugende „Wow-Effekt“ ausbleiben würde, noch zu komplex, um nicht überzogene Erwartungen zu enttäuschen.

Ihre Sicht auf Zentraleuropa im Kontext Ihrer Branche: Würden Sie den Raum als Vorreiter oder als Nachzügler bezeichnen?

Hinsichtlich Schnelligkeit in der Reaktion auf Entwicklungen ist die Region leider kein Musterschüler. Man fährt hier immer noch die Strategie, lange zu beobachten und dann nachzuziehen. Das lässt das Tempo heute aber nicht mehr zu. Das Ziel müsste sein, vom soliden Follower zum First Mover zu werden. Das bereitet mir schon Sorge, denn darunter leidet ja der Wirtschaftsstandort. Und: Wir bilden zu wenig aus. Schon jetzt fehlen tausende Fachkräfte für wichtige IT-Jobs in Österreich.

Was macht eigentlich Nagarro? Können Sie uns etwas zu Hintergrund und Entwicklung von Nagarro berichten?

Wir sind ein weltweit agierender IT-Dienstleister mit gut 5.000 MitarbeiterInnen. Durch die Kombination von On Site und Offshore Ressourcen, gepaart mit einer starken Cloud DNA, bedienen wir das gesamte Spektrum, das Unternehmen für die digitale Transformation benötigen, also die Verschränkung von Technologien, Branchen Expertise und vor allem Delivery Ressourcen. Wir decken den gesamten Bedarf der IT ab, von der Entwicklung über Quality Lifecycle bis zu flexiblen anpassbaren Ressourcen durch Hybrid Shoring.