Die Nachfrage nach Cloud-Computing-Dienstleistungen wächst unaufhaltsam, und mit ihr auch die Größe und Bedeutsamkeit von Rechenzentren weltweit. Doch worin liegt der Vorteil eines Rechenzentrums und was kann man sich darunter vorstellen? „Ein Rechenzentrum stellt die nötige Infrastruktur zur Verfügung, um eine große Anzahl an Servern zu betreiben. Von einem Rechenzentrum spricht man ab einer Anzahl von 30 Rechnerschränken, alles darunter ist ein klassischer Serverraum.“, erklärt DI (FH) Stefan Kaltenbrunner. “Bei einem Rechenzentrum geht es nun primär darum, möglichst viel elektrische Leistung auf möglichst geringer Fläche zur Verfügung zu stellen.”

Auslagerung der IT-Infrastruktur

Der Unternehmer muss sich nach der Auslagerung seiner IT-Infrastruktur nicht mehr um ausreichende Stromversorgung und Kühlung der Server, Wartung der Hardware und Administration von Softwareanwendungen kümmern, diese Aufgaben übernimmt das Rechenzentrum. „Diese Zuständigkeiten gebe ich ab und kaufe im Rechenzentrum lediglich die tatsächlich benötigten Ressourcen ein. Bei größerem Bedarf kann jederzeit Kapazität zugekauft werden. Somit erhöht sich die Flexibilität eines Unternehmens auf dem IT-Sektor signifikant, da ich meine Leistungen binnen Sekunden erweitern kann.» stellt Kaltenbrunner fest.

Bedeutung des Standorts

Besonders wichtig für ein  Rechenzentrum ist auch die Standortwahl der Server. Bei der Wahl eines Unternehmensstandorts kann meist keine Rücksicht auf optimale IT-Bedingungen genommen werden. Bei Rechenzentren sieht das anders aus. „An den optimal gewählten Standort für ein Rechenzentrum werden andere Anforderungen als an jenen eines Unternehmens gestellt. Es geht primär um Sicherheit vor Naturgewalten wie Erdbeben oder Überschwemmungen und um die Nähe zu Hochgeschwindigkeitsanbindungen im Leitungsbereich“, weiß der Spezialist. „Natürlich ist auch die physikalische Infrastruktur immens wichtig. Wenn an einem Standort jederzeit ausreichende  Stromversorgung zur Verfügung steht und er möglichst weit von potentiellen Gefahrenquellen entfernt ist, ist das sehr von Vorteil.“

Frage nach dem richtigen Provider

Doch nicht nur die Sicherheit des Rechenzentrums selbst ist entscheidend, auch der Datentransfer zum jeweiligen Anbieter verdient nähere Betrachtung. Wer, wie beim Cloud-Computing üblich, seine IT-Infrastruktur auslagert, muss sich sicher sein können, dass von der Datenübertragung bis zur Löschung der Daten jedes erdenkliche Sicherheitsrisiko so klein wie nur möglich gehalten wird. „Von der verschlüsselten Übertragung der Daten mittels VPN (Virtual Private Network) bis zum Standort des Anbieters sollte ich mich sehr genau über den jeweiligen Dienstleister informieren. In welchem Land operiert der jeweilige Anbieter und wie sehen dessen Sicherheitsvorkehrungen aus?», meint Kaltenbrunner.

Die große Frage bei der Wahl des für das eigene Unternehmen am besten geeigneten Cloud-Providers sollte auch jene nach der Art der Datenlöschung im Falle eines etwaigen Anbieterwechsels sein. „Wie verfährt der Betreiber des Rechenzentrums mit meinen Daten, wenn ich den Vertrag kündige und den Provider wechseln möchte? Werden die Dateien am Ende meines Vertrages garantiert und unwiederbringlich gelöscht? Und ist die Weitergabe jeglicher Kundendaten an Dritte absolut ausgeschlossen?“ sollten laut DI (FH) Kaltenbrunner die wichtigsten Fragen lauten.